Prozesse

Sie soll ihre Mutter getötet haben: 38-Jährige wegen Totschlag vor Gericht

Leiche in einer überfluteten Wohnung gefunden: Was geschah am 11. März an der Dammstraße? Das Hanauer Schwurgericht nimmt den Fall ab 25. August unter die Lupe. Eine 38-Jährige muss sich dann wegen Totschlags verantworten. 
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Leiche in einer überfluteten Wohnung gefunden: Was geschah am 11. März an der Dammstraße? Das Hanauer Schwurgericht nimmt den Fall ab 25. August unter die Lupe. Eine 38-Jährige muss sich dann wegen Totschlags verantworten.

Eine 38-jährige Frau muss sich in wenigen Tagen vor dem Hanauer Landgericht dafür verantworten, was am Abend des 11. März in einem Rückinger Mehrfamilienhaus geschehen ist. B. soll ihre 79-jährige Mutter getötet haben.

Erlensee/ Hanau – „Nach dem Abschluss der Ermittlungen gehen wir davon aus, dass das Opfer durch massive Gewalt ums Leben gekommen ist“, berichtet Oberstaatsanwalt Dominik Mies, der das Ermittlungsverfahren geleitet und die Anklage erhoben hat.

Als mutmaßliche Tatwaffen seien ein kleines Messer sowie eine Duschstange sichergestellt worden. „Die 38-Jährige hat ihre Mutter offenbar mit diesen beiden Gegenständen sowie mit wiederholten Faustschlägen und Fußtritten über einen längeren Zeitraum traktiert und schließlich getötet“, so der Pressesprecher der Anklagebehörde.

Die Obduktion habe ergeben, dass die alte Frau zahlreiche Einblutungen und Brüche erlitten hat. „Das Opfer verstarb am Tatort“, fasst Mies die Erkenntnisse der Rechtsmedizin zusammen.

Erlensee: Tochter steht wegen des Vorwurfs des Totschlags vor Gericht

Der Oberstaatsanwalt geht in seiner Anklage, die vom Landgericht inzwischen zugelassen worden ist, davon aus, dass B. den Tod ihrer Mutter beabsichtigt habe und hat das Verbrechen als Totschlag angeklagt. Bislang gebe es allerdings keinen eindeutigen Hinweis für einen Auslöser oder ein Motiv, das zu dieser Bluttat geführt hat.

Die mutmaßliche Täterin ist zwar noch am Abend an der Dammstraße festgenommen worden, allerdings unter mysteriösen Umständen.

Nachbarn hatten bemerkt, dass aus der Wohnung der beiden Frauen Wasser in den Flur lief. Zudem kauerte die 38-Jährige nackt und wimmernd an der Eingangstür, habe jedoch jegliche Hilfe abgelehnt – daraufhin alarmierten die Bewohner des Hauses die Polizei.

Polizisten aus Hanau fanden die Leiche der 79-Jährigen in Erlensee

Die Besatzung eines herbeigerufenen Streifenwagens der Polizeistation Hanau-Land machte dann kurz darauf in den teilweise unter Wasser stehenden Räumen die grausame Entdeckung: Die 79-Jährige lag unbekleidet im Wohnzimmer, jede ärztliche Hilfe kam zu spät.

Wegen der seltsamen Umstände wurde D. zunächst in das psychiatrische Krankenhaus in Hanau eingeliefert, einen Tag später jedoch auf Antrag der Staatsanwaltschaft vom Amtsgericht in Untersuchungshaft geschickt.

Die Schwurgerichtskammer unter dem Vorsitz von Landgerichtspräsidentin Susanne Wetzel hat den Prozessauftakt für Dienstag, 25. August, anberaumt. Insgesamt sind bis zum 10. September fünf Verhandlungstage vorgesehen.

Zweites Kapitalverbrechen innerhalb eines Jahres in Erlensee

Es handelt sich in diesem Jahr bereits um das zweite Kapitalverbrechen, das Erlensee erschüttert. Beide Tatorte liegen nur rund 700 Meter Luftlinie voneinander entfernt.

Erst Ende Juli ist am Sandweg in Langendiebach eine 47-jährige Frau tot in einer Dachgeschosswohnung aufgefunden worden. Sie starb, wie eine Obduktion ergab, an zahlreichen Messerstichen.

Nach intensiven zweiwöchigen Ermittlungen hatten die Behörden schließlich den mutmaßlichen Täter im Visier. Ein mobiles Einsatzkommando der Polizei nahm den 39-jährigen Ingo K. in Linsengericht-Altenhaßlau fest. Er sitzt wegen Verdachts des Mordes aus Heimtücke derzeit in Untersuchungshaft.

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