Trockenheit

So kümmert sich die Stadt Hanau um die Bewässerung der städtischen Parks, Bäume und Beete

Angesichts der Trockenheit kommen die Mitarbeiter der Hanau Infrastruktur Service (HIS) derzeit kaum mit dem Gießen nach. Sie brauchen fast dreimal so viel Wasser wie noch vor drei Jahren.
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Angesichts der Trockenheit kommen die Mitarbeiter der Hanau Infrastruktur Service (HIS) derzeit kaum mit dem Gießen nach. Sie brauchen fast dreimal so viel Wasser wie noch vor drei Jahren.

Die „Brabanter Silberlinde“ ist Hitze gewöhnt. Da die aus Südosteuropa stammende Baumart gerne von Bienen und Hummeln besucht wird, Staub und Abgase gut verkraftet und zudem weniger Wasser braucht, löst sie Zug um Zug auch in Hanau durstigere Baumarten ab. Angesichts des dritten Hitzesommers in Folge muss sich der Leiter von HIS, Markus Henrich, wegen des Wasserverbrauchs für die städtischen Grünanlagen auch um solche Dinge Gedanken machen.

Hanau – Die Kommunen im Rhein-Main-Gebiet ächzen unter den anhaltenden Temperaturen von weit über 30 Grad. Und es ist kein Ende abzusehen. Henrich, der mit der Benutzung von Adjektiven wie „dramatisch“ vorsichtig umgeht, hat aber kein anderes Wort für die Lage parat. „Die Wassermenge, die unsere Mitarbeiter auf die städtischen Grünflächen und Parks mit einer Gesamtfläche von 290 Hektar ausbringen, hat sich fast verdreifacht“, sagt der HIS-Chef.

Am Montag wurde angesichts der Trockenheit eine „Gießoffensive“ gestartet. Die Mitarbeiter beginnen bereits um halb sechs und wässern in wesentlich kürzeren Abständen als zuvor. Mit insgesamt 130 000 Litern wurde allein gestern das städtische Grün beregnet, das die HIS-Leute mit vier Autos mit 2000-Liter-Tanks und weiteren vier Fahrzeugen mit 1500-Liter-Tanks sowie einem Traktor mit einem 4000-Liter-Fass ausgebracht haben.

Stadt Hanau benötigt zur Bewässerung mehr Personal

„Da wir fast dreimal so viel Wasser benötigen wie 2017, brauchen wir zum Bewässern auch wesentlich mehr Personal“. erklärt der Amtsleiter. Außerdem mussten noch mehr Fahrzeuge mit Gießfässern angeschafft werden. Neueinstellungen seien aber nicht nötig gewesen, da beim Jäten und Zurückschneiden zurzeit weniger Kräfte gebraucht würden.

Bei den Bäumen gilt die besondere Sorge dem Nachwuchs. Er ist von der anhaltenden Trockenheit noch stärker betroffen als etwa der alte Baumbestand im Schlosspark Philippsruhe. Denn bei den jungen Bäumen ist das Wurzelwerk noch nicht weit genug verzweigt, um genügend Wasser aus dem umliegenden Boden aufzunehmen. Daher werden die Jungbäume automatisch bewässert, wie etwa die an der Wallonisch-Niederländischen Kirche. Eine Zisterne mit einem Fassungsvermögen von 30 Kubikmetern liefert hierfür das Regenwasser. Auch für die Bäume in der Hammerstraße, Fahrstraße und Sternstraße, an Forum und Busbahnhof und in der Krämerstraße, die ebenfalls automatisch bewässert werden, gilt als Richtschnur: 120 Liter pro Baum und Woche.

Hanau: Anfrage zur Nutzung von Wasser aus Main und Kinzig wurde gestellt

Von den fast 50 Mitarbeitern des Eigenbetriebs Hanau Infrastruktur Service (HIS) ist weit über die Hälfte zurzeit in Sachen Bewässerung unterwegs. Unter anderem nutzen sie dazu einen 350 PS starken und 27 Tonnen schweren und mit moderner Technik ausgestatteten Lastwagen. Der befördert bei langsamer Fahrt mit einem Hydraulikarm in der Minute etwa 75 Liter Wasser in die Blumen- und Strauchbeete. Ist der 10 000 Liter Wasser fassende Tank leer, muss er aufgefüllt werden, was drei- bis viermal am Tag am hauseigenen Brunnen des früheren Grünflächenamtes in der Theodor-Fontane-Straße oder dem Brunnen an der Kläranlage geschieht. Flusswasser aus Main und Kinzig wird bislang noch nicht zum Gießen verwendet werden. Eine entsprechende Anfrage an die Obere und Untere Wasserbehörde habe die Stadt aber bereits gestellt, erklärt Henrich auf Anfrage. Er hofft, ab kommendem Jahr auf diese beiden natürlichen Reservoirs zurückgreifen zu können. Einen Aufruf an die Bürger, beim Gießen zu helfen wie im vergangenen Jahr, gibt es offiziell noch nicht: „Wir sind aber um jeden froh, der seinen Straßenbaum oder die Rose im Beet vor dem Haus wässert und uns damit unterstützt“, sagt Henrich.

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