Erzeugung regenerativer Energien

Stadtwerke: Solarpark statt Panzer

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Auf der rot markierten Fläche soll bis Anfang 2020 ein riesiger Solarpark entstehen. Die Anlage wird nach dem bisherigen Stand der Planung aus rund 28.000 Solarmodulen bestehen. Direkt daneben ist ein riesiges Rechenzentrum geplant.

Großauheim - Auf einer rund acht Hektar großen Teilfläche der Großauheim-Kaserne, wo einst unter anderem Panzer gewartet wurden, entsteht bis Anfang 2020 ein riesiger Solarpark. Dafür haben die Stadtwerke Hanau und ihr Partner AHS-Solar GmbH & Co. KG (Biebergemünd) den Zuschlag bekommen. Stadtwerke-Chef Steffen Maiwald sieht darin ein „vorgezogenes Weihnachtsgeschenk“. Von Dirk Iding 

Wahrhaft Großes wurde gestern auf der mutmaßlich letzten Pressekonferenz des Jahres im Hanauer Rathaus verkündet. Im Bereich der früheren Großauheim-Kaserne wird eine der größten Fotovoltaik-Freiflächenanlagen in Hessen gebaut. Nach derzeitigem Stand der Planungen besteht die Anlage aus rund 24 800 Solarmodulen, die bis zu sieben Megawatt Strom erzeugen können. Die von der Anlage jährlich erzeugte Strommenge entspreche dem Jahresverbrauch von rund 3500 Haushalten, erklärte Stadtwerke-Chef Maiwald, der das Projekt gestern gemeinsam mit Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD), dem Vorstandsvorsitzenden des Stadtwerke-Mitanteilseigners Mainova, Dr. Constantin H. Alsheimer, Jens Hommel (AHS Solar) und Matthias Pollmeier vom Bundesforstbetrieb Schwarzenborn der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) vorstellte.

Die BImA, in deren Besitz sich die ehemalige Großauheim-Kaserne befindet, hatte die acht Hektar große Teilfläche als Standort für einen Solarpark bundesweit ausgeschrieben, und das Konsortium aus Stadtwerke Hanau und AHS Solar konnte sich letztlich durchsetzen. Seit 2013 kooperiert AHS Solar bereits mit den Stadtwerken Hanau beim Bau von Fotovoltaikanlagen. Gestern unterzeichneten die Vertreter der BImA, der Stadtwerke und von AHS Solar einen über 30 Jahre laufenden Pachtvertrag für das Grundstück.

Für die Stadtwerke sei der neue Solarpark ein „Quantensprung“ in der Erzeugung von regenerativer, klimaneutraler Energie, betonte Maiwald. Die bisher von den Stadtwerken betriebenen Fotovoltaik-Anlagen auf Hausdächern erzeugten rund ein Megawatt Strom. Nun kämen mindestens sieben Megawatt selbst erzeugter Öko-Strom hinzu. Der Pachtvertrag mit der BImA lasse auch einen Ausbau des Solarparks auf bis zu zehn Megawatt Leistung zu. Dann stünde nach heutigem Maßstab in Hanau die größte Fotovoltaik-Freiflächenanlage in Hessen.

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Der Solarpark entsteht in Nachbarschaft zum geplanten riesigen Rechenzentrum, das der Immobilienentwickler P3 auf der restlichen Fläche der Großauheim-Kaserne realisieren möchte (wir berichteten). Dessen Strombedarf wird extrem hoch sein, in der Endausbaustufe rund 150 Megawatt pro Jahr. Ein kleiner Teil davon könnte durch den Solarpark gedeckt werden. „Wir werden dem Betreiber des Rechenzentrums natürlich entsprechende Angebote machen“, kündigte Maiwald gestern an.

Für die Stadtwerke Hanau, die 2016 komplett auf Öko-Strom umgestellt haben, sei der Solarpark ein weiterer Schritt zum Ausbau der eigenen Erzeugerkapazitäten, eine Strategie, die man auch bei der Wärmeversorgung verfolge. Damit werde der Energieversorger auch ein Stück weit unabhängiger von den Schwankungen des Strommarkts, erklärte Geschäftsführer Steffen Maiwald.

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