Schulstart

Sonnenblumen zur Begrüßung: Nach langer Vorbereitung startet Waldorfschule in Hanau mit zwei Klassen

Voller Vorfreude waren die Kinder gestern bei der Eröffnung der Waldorfschule Hanau.
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Voller Vorfreude waren die Kinder gestern bei der Eröffnung der Waldorfschule Hanau.

In weitem Bogen standen etwa 100 Gäste auf Abstand im Schatten der Baumkronen und feierten gestern gemeinsam den ersten Tag in der Waldorfschule Hanau. Das Gelände war mit Papiergirlanden geschmückt. Ungeduldige Schulanfänger, Geschwisterkinder, Eltern und Großeltern freuten sich über ihren Erfolg – umso mehr, als erst kurz vor den Schulferien die Eröffnung der Schule offiziell durch das Schulamt genehmigt worden ist. Also wurde bis kurz vor knapp renoviert, wurden Vorhänge genäht und Möbel eingekauft.

Hanau – Nach zwei Jahren Vorbereitung gibt es jetzt eine Waldorfschule in Hanau. Zu verdanken ist diese Schulgründung in freier Trägerschaft der Initiative um Dr. Gundula Pfältzer, die gemeinsam mit Unterstützung vieler Eltern, unter anderem mithilfe von Kathrin Behl und Astrid Nelles und dem Vorstand des Vereins, Dr. Adrian Pfältzer, Marianna Meirelis und Rivka Baake, immer wieder neue Hürden nahm.

In ihrer Begrüßungsrede blickte die Leiterin der Elterninitiative auf den steinigen Weg seit Oktober 2018 zurück: „Mama, gründest du meine Waldorfschule?“ habe ihre Tochter sie immer wieder gefragt, berichtete Pfältzer, und so habe sie dieses Ziel nicht aus den Augen verloren. Nach dem scheinbar einfachen Ausfüllen des Antrags habe es im Laufe des Verfahrens zunächst mehr Fragen und Probleme als Lösungen gegeben. Doch die Eltern hätten mit ihr an das Ziel geglaubt, dass die Kinder mit Sonnenblumen in der Hand in die Waldorfschule einziehen.

Unterstützung erfuhr die Gründungsinitiative von der Stadt Hanau. „Eine Erweiterung der Schullandschaft in Hanau wird vonseiten der Stadt und somit des Schulträgers ausdrücklich begrüßt“, sagte die ehrenamtliche Stadträtin Claudia Borowski (SPD) in ihrer Rede. Seit der offiziellen Vorstellung der Gründungsidee hätten die kommunalen Ämter sich an einer Standortsuche beteiligt und schließlich zu Beginn des Jahres die Tümpelgartenschule am Akazienweg vorgeschlagen.

Die Schule wird zurzeit grundsaniert, der Gebäudeteil D und ein Teil des Außengeländes kann dennoch 13 Erstklässlern und sechs Schülern der dritten Klasse sowie Schulleiterin Ingrid Pfältzer, den Klassenlehrerinnen Nina Hampl und Maria Novikova und Kolleginnen und Kollegen für dieses Schuljahr ein Domizil bieten.

Die Freie Waldorfschule in Hanau ist zwar seit drei Jahren die erste Gründung in Hessen, sie ist aber Teil einer stetig wachsenden Schulbewegung. Genau 101 Jahre nach Gründung der ersten Waldorfschule durch den Direktor der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik gibt es heute in Hessen 19 Waldorfschulen mit 6000 Schülern. Sie sind organisiert in der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) e.V. der Freien Waldorfschulen. Und so ließ es sich die Leiterin der Patenschule Dietzenbach nicht nehmen, zur Eröffnung in Hanau einen Gong zu überreichen.

Zwischenstation: Die Waldorfschule nutzt zunächst Räume in der Tümpelgartenschule. Nächstes Jahr will die Schule ein eigenes Domizil in Wolfgang beziehen.

Waldorf sei eine der erfolgreichsten Bewegungen, so der Geschäftsführer Dr. Steffen Borzner, und ein Impulsgeber für die Gemeinschaft. Er habe die Elterninitiative in Hanau als sehr kämpferisch, aber auch als pragmatisch erlebt.

Glückwünsche gab es auch vom Leiter des Waldorfkindergartens, Cornelius Lasch, und von Ursula Ruthard, die vor 36 Jahren den Waldorfkindergarten mitgegründet hatte. „Mein Herz lacht“, sagte sie, „wir haben eine Waldorfschule.“

Nach der offiziellen Eröffnung standen die Schulanfänger im Mittelpunkt. Jedes Kind erhielt zur Begrüßung eine Sonnenblume. Gemeinsam zogen die Schulanfänger in das Gebäude ein. In der ersten und dritten Klasse sind noch Plätze frei.

Nach diesem ersten Schuljahr plant die Freie Waldorfschule den Umzug nach Wolfgang in die Lehrhöfer Heide, dann mit weiteren Klassen.

Von Ulrike Pongratz

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