Stadt reagiert auf Bedenken des Main-Kinzig-Kreises

Sorge um Übernahme der Betreuung von Langzeitarbeitslosen

Hanau - „Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter des Kommunalen Centers für Arbeit ist uns willkommen!“ Das betonten Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky und die Chefin der Agentur für Arbeit Hanau, Heike Hengster. Sie treten vom Main-Kinzig-Kreis geäußerten Sorgen hinsichtlich einer Übernahme von Mitarbeitern des derzeit noch vom Kreis betriebenen Kommunalen Centers für Arbeit (KCA) entgegen.

Das Kommunale Center für Arbeit betreut Landzeitarbeitslose im Main-Kinzig-Kreis. Eine Aufgabe, die die Stadt Hanau übernehmen müsste, wenn sie kreisfrei ist. Vor diesem Hintergrund haben sich die Stadt Hanau und die Agentur für Arbeit darauf verständigt, künftig auf diesem Gebiet gemeinsam tätig sein zu wollen und die Aufgaben des KCA für aus Hanau stammende Langzeitarbeitslose zu übernehmen. Dazu soll zum 1. Januar 2021 eine gemeinsame Einrichtung in der Brüder-Grimm-Stadt betrieben werden (wir berichteten). Diese Ankündigung hatte aufseiten des Kreises für Verunsicherung gesorgt.

„Doch dazu gibt es keinen Grund“, findet Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky. „Wir werden in Abstimmung mit der Kreisspitze und der Leitungsebene des KCA in Kürze eine Informationsveranstaltung für alle interessierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KCA anbieten, um die Rahmenbedingungen zu erläutern. Da uns bewusst ist, dass es darüber hinaus viele individuelle Fragestellungen und Reglungsbedarfe gibt, können im Anschluss bilaterale Gespräche vereinbart werden.“

„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich die Beschäftigten in den Jobcentern bewusst für diese Aufgabe entschieden haben, weil sie die betroffenen Menschen aktiv dabei unterstützen wollen, wieder in das Berufsleben einzusteigen. Diese Leidenschaft wollen wir auch gerne in die künftige gemeinsame Einrichtung in Hanau einbringen und freuen uns daher über jede und jeden, die bei uns mitarbeiten wollen,“ erklärte Heike Agenturchefin Hengster.

Die zukünftige gemeinsame Einrichtung werde ein attraktiver Arbeitgeber sein. „Vielen ist nicht bewusst, dass die BA über ihre Gehaltsstruktur hinaus beispielsweise ausgezeichnet wurde für ihre vorbildliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder auch ihr Bildungs- und Talentmanagement“, ergänzt Hengster.

Jeder dritte Arbeitslose zu arm für viele Alltagsgüter

Die Stadt Hanau und die BA hätten als Träger der neu zu schaffenden Organisation das Ziel, eng und partnerschaftlich mit den Verantwortlichen im Kreis und der KCA einen reibungslosen Übergang des Personals zu verabreden – insbesondere im Interesse der Beschäftigten, aber auch zur Sicherstellung funktionierender Abläufe.

Mit dem Schritt in die Kreisfreiheit muss die Stadt Hanau die bisher vom Main-Kinzig-Kreis nach Sozialgesetzbuch II erbrachten Leistungen künftig selbst übernehmen. Hier wollen Stadt und Arbeitsagentur künftig gemeinsam tätig werden. „Unser gemeinsames Ziel ist es, die beste Dienstleistung für die Hanauer Bürgerinnen und Bürger sowie die Hanauer Unternehmen zu erbringen, und wir sind davon überzeugt, dass es auch für die zukünftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine positive Herausforderung ist, an Aufbau und Umsetzung dieses Modells mitzuwirken,“ meint Oberbürgermeister Kaminsky. (did)

Rubriklistenbild: © dpa

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