Sozialhilfe unter neuem Namen

Main-Kinzig-Kreis ‐ Mit Beginn des neuen Jahres wird die Betreuung und Vermittlung von Langzeitarbeitslosen im Main-Kinzig-Kreis unter veränderten Rahmenbedingungen fortgesetzt. Als „Kommunales Center für Arbeit“ (KCA) übernimmt die neue Anstalt des öffentlichen Rechts die zentrale Aufgabe nach dem Sozialgesetzbuch II. Von Erwin Diel

Wir erfüllen damit die Auflagen von Bund und Land und erhöhen unsere Leistungsfähigkeit“, beschreibt Landrat Erich Pipa den Hintergrund der aktuellen Neuorganisation. Wie Pipa erläutert, werden im KCA wesentliche Aufgaben des Kreissozialamtes und der bisherigen Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung (AQA) zusammengefasst. Alle Gremien haben dieser Umstrukturierung bereits zugestimmt. Hintergründe für diesen Schritt waren gesetzliche Änderungen, Erkenntnisse aus Gesprächen mit den zuständigen Fachbehörden sowie die Erfahrungen in der Praxis.

Wir haben die Aufgaben nach dem Sozialgesetzbuch II sowie den Service für die Arbeitgeber auf eine moderne und gesetzlich abgesicherte Plattform gestellt“ erläutert Pipa. Der Main-Kinzig-Kreis bleibe der kommunale Träger und damit direkter Ansprechpartner des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS).

Verantwortlich mit rund 300 Beschäftigten

Im Zuge der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe (Hartz IV-Reform) hatte der Kreis als so genannten Options-Kommune in eigener Verantwortung die Betreuung langzeitarbeitsloser Sozialhilfeempfänger übernommen. In anderen Kreisen gibt es Arbeitsgemeinschaften mit der Agentur für Arbeit. Verantwortlich für die Umsetzung sei jetzt das KCA mit rund 300 Beschäftigten, den vier regionalen Anlaufstellen, der Arbeitsvermittlung sowie dem Bereich der Leistungsgewährung. Der zentrale Sitz der Verwaltung bleibe das Firmengelände an der Wiesenstraße in Gründau-Rothenbergen.

Die kreiseigene Gesellschaft AQA werde dabei als Partner weiter bestehen und ihre Kernaufgaben wie Arbeit, Qualifizierung, Ausbildung und Beschäftigung fortführen. Diese strikte Trennung des Aufgabenfeldes „Durchführung von beruflichen Eingliederungsmaßnahmen“ von der Gesamtaufgabe der Option ist nach der aktuellen Gesetzeslage gefordert.

Nachdem die Genehmigungsbehörden in Wiesbaden und Berlin ihre Zustimmung zur Gründung der Anstalt des öffentlichen Rechts signalisierten, habe der Umwandlungsprozess begonnen. „Für uns ist die neue Organisationsform eine Möglichkeit, die Wege zu verkürzen, die Zusammenarbeit zu erleichtern und Entscheidungen zu vereinfachen“, betont Pipa.

Im Zentrum stehe dabei weiterhin das gemeinsame Ziel, langzeitarbeitslose Menschen entsprechend ihrer Lebenssituation flexibel und passgenau in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu überführen. Erfolgsfaktoren bleiben dabei die Hilfen aus einer Hand, fördern und fordern, maßgerechte Qualifizierungen sowie die enge Kooperation mit den Unternehmen der Region. „Als Optionskommune nutzen wir dabei unseren individuellem Spielraum und setzen auf Offenheit und Transparenz“, erläutert Pipa.

Neue Schilder bis 2. Januar

Zum Jahresbeginn startet am 4. Januar im Internet die neue Homepage des KCA. Damit können sich alle interessierten Bürger schnell über die wesentlichen Fakten informieren. Die vier bekannten Anlaufstellen in Maintal, Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern bleiben erhalten. Auch das Vermittlungsbüro an der Hanauer Landstraße in Frankfurt leistet weiterhin wertvolle Arbeit. Die Beschilderung der Büros soll bis zum 2. Januar geändert sein, heißt es in einer Mitteilung des Kreises.

Zum Verwaltungsrat der KCA gehören der hauptamtliche Kreisausschuss mit Landrat Erich Pipa als Vorsitzenden, dem Ersten Kreisbeigeordneten Günter Frenz und dem Kreisbeigeordneten Dr. André Kavai. Außerdem wurden die ehrenamtlichen Kreisbeigeordneten Fritz Schüßler (SPD) und Heinrich Pieh (CDU) in das Gremium berufen.

Der Kreistag benannte die Abgeordneten Uwe Häuser, Maja Weise, Monika Wolfmüller (alle CDU), Martina Glaab, Helmut Schwindt, Jutta Straub (alle SPD), Andreas Müller (Die Linke) und Oliver Braun (FDP). Die konstituierende Sitzung und die Bestellung des Vorstandes ist für Mitte Februar vorgesehen.

Rubriklistenbild: © dpa

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