Bilanz 2015: Gewinn nach Steuern liegt bei 30,8 Millionen Euro

Sparkasse Hanau weiter auf Wachstumskurs

Hanau - Das Geschäftsjahr 2015 war insgesamt ein gutes für die Sparkasse Hanau. Das machten gestern Vorstandsvorsitzender Dr. Ingo Wiedemeier und Landrat Erich Pipa in seiner Funktion als stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender des Geldinstituts bei der jährlichen Bilanzpressekonferenz deutlich. Von Dirk Iding

Sparkassen-Chef Dr. Ingo Wiedemeier

Danach blieb die Sparkasse Hanau in allen relevanten Bereichen auf Wachstumskurs und konnte damit auch an der positiven Entwicklung der heimischen Wirtschaft und der Bevölkerungszahlen partizipieren. In Zahlen ausgedrückt heißt das, dass die Sparkasse Hanau ihren Geschäftsertrag in 2015 auf 114,5 Millionen Euro steigern konnte. Dem stehen Kosten von 63,8 Millionen Euro gegenüber. Das Betriebsergebnis vor Bewertung lag bei 50,9 Millionen Euro und steigerte sich nach den üblichen Wertberichtigungen sogar auf 54,2 Millionen Euro. „Die ist ein Effekt mit Seltenheitswert“, erklärte Wiedemeier. Dazu beigetragen hat, dass die Sparkasse eine geringere Kreditrisikovorsorge bilanzieren musste und von Zuschreibungen bei den Wertpapieren profitierte. Nach Abzug des neutralen Ergebnisses und der Steuerzahlungen bleiben der Sparkasse Hanau 30,8 Millionen Euro als Gewinn. Davon fließen 21,8 Millionen Euro direkt in die Rücklagen der Bank, neun Millionen Euro werden - wie im Vorjahr - als Bilanzgewinn ausgewiesen. Damit steigt das Gesamtkapital der Sparkasse Hanau auf rund 431,5 Millionen Euro. Die Bilanzsumme konnte im Jahr 2015 auf 4,5 Milliarden Euro gesteigert werden.

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Sowohl bei den Privat-, als auch bei den Firmenkunden verzeichnete die Sparkasse Hanau 2015 Zuwächse. So boomt das Baufinanzierungsgeschäft. Rund 2000 private Wohnungsbaudarlehen mit einem Volumen von rund 276 Millionen Euro vergab die Sparkasse Hanau in 2015. Damit konnte das Ausgabevolumen gegenüber 2014 um satte 64 Millionen Euro gesteigert werden. Insgesamt wuchsen die Kreditzusagen der Sparkasse Hanau an ihre Kunden auf 513 Millionen Euro gegenüber 382 Millionen Euro im Vorjahr. Sicherlich auch eine Folge der Niedrigzins-Politik der Europäischen Zentralbank, die den Markt mit billigem Geld versorgt. Gleichwohl sieht Sparkassen-Chef Wiedemeier das Vorgehen der EZB kritisch. Das Hauptziel, nämlich Investitionen der Wirtschaft auszulösen, werde so nicht erreicht. Wiedemeier: „Für Unternehmen ist bei Investitionsentscheidungen nicht in erster Linie die Zinshöhe entscheidend, sondern dass sie davon überzeugt sind, sich mit ihrer Geschäftsidee am Markt durchsetzen zu können.“ Gleichzeitig gehe die Null-Zinspolitik der EZB zu Lasten der Sparer, vor allem jener, die noch aufs klassische Sparbuch setzten.

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Deshalb möchte die Sparkasse Hanau mit neuen Angeboten im Bereich des Wertpapiergeschäfts weiter wachsen. So gibt es seit April 2015 unter anderem den Sparkasse Hanau Grimmfonds, ein vermögensverwaltender Fonds, der 15 bis 20 tendenziell eher schwankungsarme Fonds des Gesamtmarktes in nur einer Einzelanlage bündelt. Rund 1100 Kunden mit einem Depotvolumen von insgesamt 24 Millionen Euro hätten sich bereits für den Grimmfonds entschieden, so Wiedemeier, der für April zudem die Markteinführung des offenen Immobilienfonds „Catella Wohnen Europa“ ankündigte. Darin gebündelt sind ausschließlich europäische Wohnimmobilien. Der Fonds, von dem man eine Rendite von drei bis vier Prozent per anno erwarte, sei für „semiprofessionelle Privatanleger“ geeignet. Die Mindestanlagesumme soll immerhin 50.000 Euro betragen.

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