Museum Schloss Steinheim

Spaziergang durch die Geschichte: Sonderausstellung zum Steinheimer Stadtrechte-Jubiläum

Traueranzeige für die ehemals selbstständige Stadt Steinheim, datiert auf den Tag der Eingemeindung.
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Traueranzeige für die ehemals selbstständige Stadt Steinheim, datiert auf den Tag der Eingemeindung.

Steinheim – Einem unterhaltsamen und informativem Spaziergang durch die Geschichte Steinheims kommt die Sonderausstellung „700 Jahre Stadtrechte Steinheim“ gleich, die ab 24. Oktober im Museum Schloss Steinheim zu sehen sein wird. Das Museum wird dann erstmals nach der Corona-Pause wieder öffnen.

Drei Räume im ersten Stock widmen sich dem Stadtjubiläum und versprechen sowohl dem auswärtigen Gast, als auch dem eingesessenen Steinheimer einen Erkenntnisgewinn bezüglich der ehemals selbstständigen Stadt, deren Geschichte aber lange vor der Stadterhebung im Jahr 1320 beginnt.

Sonderausstellung soll Identitätsgefühl schärfen

Auch der Einheimische, so Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky am Montag bei einer Vorabbesichtigung der Sonderausstellung, werde „sicherlich Aha-Erlebnisse“ haben. Und für Neubürger sei die Ausstellung ein geeigneter Schritt, um „in Steinheim anzukommen“. Denn die Sonderausstellung ziele auch darauf ab, das Identitätsgefühl weiter zu schärfen. Und somit auch das Engagement für das Gemeinwesen zu stärken. Und wer das Steinheim des Jahres 2020 verstehen wolle, der müsse auch die Eckdaten der Vergangenheit kennen. Und die werden in der Sonderausstellung vermittelt.

Doch der Besucher wird im ersten Raum nicht mit Geschichtsdaten konfrontiert. Vielmehr sieht er sich einer mit Begriffen bedruckten Wand gegenüber. „Fischerzunft“ ist da zu lesen, oder „Maakuh“. „Gerichtslinde“ oder „Stöffche“. Begriffe, die etwas mit der Identität der ehemaligen Stadt Steinheim zu tun hatten und haben. Und genau um diese Identität geht es in dem ersten Raum, erläutert Kurator Kai Jakob, der selbst in Steinheim aufgewachsen und nun wieder nach Steinheim zurückgekehrt ist.

Weit verbreitet war in Steinheim einst die Zigarrenproduktion in Heimarbeit.

Neben sakralen Figuren aus der alten Pfarrkirche und dem Bestand des Steinheimer Geschichtsvereins sind zahlreiche weitere Exponate, die Steinheimer Identität betreffend, dort versammelt. Unter anderem auch die Todesanzeige für die selbstständige Stadt Steinheim, die im Juni 1974 aufgehört hatte zu existieren. Und noch viele andere Exponate geben Anlass zum Schmunzeln. Das sei alles „auch ein bisschen mit Augenzwinkern gedacht“ und gemacht, sagt Jakob.

Geschichte Steinheims in Wort und Bild

Fünf alte Kaugummiautomaten, die einst in Steinheim gehangen haben, wie Dr. Victoria Asschenfeldt von den städtischen Museen versichert, tragen verschiedene Begriffe zum Thema Identität. Der Besucher kann den am Eingang erhaltenen Chip in den Automaten mit dem für ihn zutreffenden Begriff stecken und einen Button vom Hanauer Comic-Künstler Rautie ziehen. Und schon findet auch eine vollkommen anonymisierte Untersuchung zum Thema Identität statt. Die Desinfektion der Geräte nach Gebrauch ist übrigens garantiert.

Nach dem durchaus munteren Einstieg in die Sonderausstellung folgt die Geschichte in Wort und Bild. Die älteste Ansicht von Steinheim, sie stammt aus dem Jahr 1579. Weitere Bilddokumente, darunter natürlich auch Merians Kupferstich, machen die Entwicklung des Ortes augenfällig. In Vitrinen wird die Frühgeschichte durch Fundstücke plastisch.

Kurator Kai Jakob hat die Ausstellung im Museum Schloss Steinheim konzipiert.

Und im dritten und letzten Raum finden sich auf einem langen Tisch zahllose Objekte aufgereiht. Viele davon sind Leihgaben von Steinheimer Bürgern. Ein Musterbuch der Firma Illert, ein Kettenstück der „Maakuh“, Insignien der Apfelweinkönigsmacht, Vereinsfahnen, Handballpokale, Fotoalben. Geschichtliches Strandgut der letzten 100 Jahre. Nicht benannt, nur nummeriert. Und wer zu einem Gegenstand mehr wissen möchte, ruft auf einem Touchscreen die entsprechende Nummer auf und bekommt Informationen. Eine Diashow mit Steinheimer Impressionen, ein Film über das 650-jährige Steinheimer Stadtjubiläum und ein Film vom 100-jährigen Bestehen der Steinheimer Feuerwehr ergänzen das Angebot.

Neun Personen gleichzeitig dürfen sich nach derzeitigem Stand in der Sonderausstellung aufhalten, die samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet ist. Führungen in der Reihe „Sonntags um Drei“ sind am 25. Oktober und am 22. November jeweils um 15 Uhr geplant.

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