„Geregelter Unterrichtsbeginn“

Staatliches Schulamt Main-Kinzig unterstützt verpflichtende Vorlaufkurse

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Staatliches Schulamt Main-Kinzig unterstützt verpflichtende Vorlaufkurse

Weiter gestiegene Schülerzahlen und ein leichtes Plus bei den Lehrerstellen vermeldet das Staatliche Schulamt Main-Kinzig zum Auftakt des Schuljahres 2019/20.

Hanau/Main-Kinzig-Kreis –  Von einem „geregelten Unterrichtsbeginn“ sprach die neue Schulamtsleiterin Susanne Meissner bei der traditionellen Pressekonferenz ihrer Behörde zum Schuljahresbeginn.

Das Staatliche Schulamt Main-Kinzig ist unter anderem für die Lehrerversorgung an den Schulen im Main-Kinzig-Kreis und der Stadt Hanau zuständig. Laut Statistik sind zur Zeit 3415,7 Lehrerstellen von rund 4600 Lehrerinnen und Lehrern besetzt. Das bedeutet ein leichtes Plus von acht Stellen.

Sie sind verantwortlich für 50815 Schülerinnen und Schüler. Vor allem die Grundschulen (plus 221 Schüler), die Integrierten Gesamtschulen (plus 49) und die Förderschulen (plus 42) melden steigende Schülerzahlen.

Aber ausgerechnet an den Grundschulen und Förderschulen ist die Lehrersituation nach wie vor angespannt. „Die Zahl der Bewerber mit den entsprechenden Lehrämtern Grundschule und Förderschule sind derzeit – landes- wie auch bundesweit – nicht in dem erforderlichen Maße vorhanden“, beklagt Meissner. Dass man dennoch auch in diesen Schulformen von einem „Unterricht auf gutem Niveau“ sprechen könne, sei unter anderem schulformübergreifenden Kooperationen zu verdanken. So helfen Lehrkräfte von weiterführenden Schulen zuweilen an Grundschulen aus.

Nach wie vor groß ist der Run auf die Gymnasien. Zwar verzeichnete der gymnasiale Bildungsgang in der Sekundarstufe I einen leichten Rückgang von acht Schülern, doch die Nachfrage nach Plätzen in den Gymnasialen Oberstufen ist sprunghaft um 375 Schülerinnen und Schüler gestiegen.

Und: Vor allem das Hanauer Karl-Rehbein-Gymnasium erwies sich erneut als überaus nachgefragte Schule. Sage und schreibe 301 Eltern gaben die Karl-Rehbein-Schule als Erstwunsch für ihre Kinder an. Obschon die KRS bereits achtzügig gefahren wird, mussten etwa 70 Schülerinnen und Schüler im Zuge einer Verteilungskonferenz an die Hanauer Otto-Hahn-Schule und die Maintaler Albert-Einstein-Schule umgelenkt werden.

Auch im Bereich der Realschule konnten nicht alle Eltern-Erstwünsche erfüllt werden. Die Otto-Hahn-Schule und die Lindenauschule waren so stark nachgefragt, dass jeweils ungefähr in Klassenstärke Schülerinnen und Schüler an die Steinheimer Eppsteinschule und ans Schulzentrum Hessen-Homburg umgelenkt werden mussten. Dass alles, so hieß es, sei im Großen und Ganzen einvernehmlich mit den betroffenen Eltern geschehen. Lediglich 15 Eltern reichten laut Staatlichem Schulamt formal Widerspruch gegen die Schulzuweisung ein. Am Ende mussten zwei Fälle strittig, also gegen den ausdrücklichen Elternwunsch, entschieden werden.

Beim Thema fehlende Deutschkenntnisse von Grundschulkindern, über das durch den Vorstoß des CDU-Politikers Linnemann, Kinder mit nicht ausreichenden Deutschkenntnissen vom Schulbesuch zurückzustellen, lebhaft diskutiert wird, sieht das Staatliche Schulamt Hessen mit dem Konzept der Vorlaufkurse, in denen Kinder zwei Stunden täglich gezielt Deutsch lernen, gut aufgestellt. Den Besuch dieser Vorlaufkurse künftig nicht mehr nur freiwillig, sondern verpflichtend zu machen, wie es Hessens Kultusminister Lorz (CDU) vorschlägt, sei durchaus richtig. Zwar seien es nur Einzelfällen, die den Besuch der Vorlaufkurse ablehnten oder schleifen ließen, es sei gleichwohl richtig, durch eine Pflicht mehr Verbindlichkeit zu schaffen – auch auf Seiten von Schul- und Kitaträgern, die dann für Kinder und Eltern praktikable Angebote bereitstellen müssten.

VON DIRK IDING

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