Parlament ebnet Weg für neue Stadtentwicklungsgesellschaft

Entwicklung der Pionieer-Kaserne zu Wohngebiet kommt voran

Hanau - Erste Schritte zur Entwicklung der Pioneer-Kaserne zu einem neuen Wohngebiet für etwa 3000 Menschen hat die Stadtverordnetenversammlung am Montagabend mit großer Mehrheit beschlossen. Sie gab unter anderem grünes Licht für die Gründung einer eigenen Stadtentwicklungsgesellschaft. Von Dirk Iding 

Bereits seit dem Jahr 2004 gibt es die städtische BauProjekt Hanau GmbH, die seinerzeit für die Entwicklung der ehemals militärischen genutzten Flächen und anderer Areale gegründet wurde. Die Konversion in Hanau ist weitgehend erfolgreich abgeschlossen, als größte Aufgabe steht aber noch die Entwicklung der 47,5 Hektar großen Pioneer-Kaserne aus. Hierfür geht die Stadt nun neue Wege und hat dafür mit der Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung erste Pflöcke eingeschlagen.

So soll die BauProjekte Hanau zu einer „echten“ Stadtentwicklungsgesellschaft umgewandelt werden, die nicht allein mit der Konversion ehemaliger Militärflächen befasst sein wird, sondern auch andere Aufgaben wahrnimmt, beispielsweise die Abwicklung von speziellen Städtebauförderprogrammen, wie sie auch für die Pioneer-Kaserne genutzt werden sollen. Dazu hat die Stadtverordnetenversammlung einer Änderungen des Gesellschaftervertrags der BauProjekt Hanau GmbH zugestimmt, die künftig den Namen BauProjekt Hanau Baubetreuungs- und Projektentwicklungsgesellschaft mbH (kurz: BauPro) tragen wird.

Die BauPro wiederum wird nach dem Willen der Stadtverordneten eine eigene Gesellschaft gründen, die Stadtentwicklungsgesellschaft Hanau mbH. In diese Gesellschaft wird die BauPro das durch sie von der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (BImA) gekaufte Gelände der Pioneer-Kaserne einbringen.

Schließlich werden 90 Prozent der Anteile an der Stadtentwicklungsgesellschaft Hanau mbH an die DSK Heimbau GmbH verkauft, die als privater Entwickler bei der Umwandlung der ehemaligen Kaserne in ein neues Stadtquartier mitwirken wird. Die DSK Heimbau GmbH wird von der Bietergemeinschaft DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH und LEG Entwicklung GmbH gegründet, die sich - wie berichtet - in einem europaweiten Ausschreibungsverfahren durchgesetzt hatte, mit dem die Stadt einen privaten Entwicklungspartner suchte.

Gemeinsames Ziel der Partner ist es, in den nächsten Jahren die Grundstücke auf der Pioneer-Kaserne baureif zu entwickeln und anschließend an private Bauträger weiterzuveräußern. Durch den Verkauf von 90 Prozent der Anteile an der neuen Stadtentwicklungsgesellschaft hat die Stadt nach Angaben von Stadtrat Axel Weiss-Thiel (SPD) das Geld für den Ankauf der Kaserne bereits mehr als wieder hereingeholt. Von den künftigen Verkaufserlösen fließen dann noch einmal zehn Prozent in die Gassen der Stadt.

Gleichzeitig habe die Stadt, so Weiß-Thiel, über den Gesellschaftervertrag sichergestellt, dass sie trotz nur zehnprozentiger Beteiligung an der Gesellschaft das volle Mitspracherecht bei der weiteren Entwicklung der Pioneer-Kaserne behält.

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Rubriklistenbild: © Stadt Hanau

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