Corona-Pandemie

Stadt Hanau schickt Mitarbeiter in Kurzarbeit - So viel wird dabei gespart

Die Stadt Hanau hat ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Damit spart Hanau monatlich einen erheblichen Betrag.

  • Die Stadt Hanau hat Kurzarbeit beantragt
  • Die Dauer der Kurzarbeit soll variieren
  • Insgesamt kann durch die Kurzarbeit ein hoher Betrag eingespart werden

Die Corona-Pandemie mit allen Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen hat auch die Arbeitswelt auf den Kopf gestellt. Viele Einrichtungen sind geschlossen, die Mitarbeiter in Kurzarbeit. Auch die Stadt Hanau hatte in einer Pressemitteilung angekündigt, Teile ihrer Verwaltungsbelegschaft in Kurzarbeit schicken zu wollen. 

Bei der Gewerkschaft Verdi erklärt die zuständige Sekretärin Natalie Jopen, dass Kurzarbeit bislang für Kommunalverwaltungen nicht möglich gewesen sei. Im Corona-Zusatz zum Tarifvertrag sei eine solche Regelung jetzt allerdings auch für Stadtverwaltungen möglich. Darin seien tarifvertraglich auch die Bereiche festgelegt, für die Kurzarbeit beantragt werden kann. Dazu zählen Museen, Bibliotheken oder Schwimmbäder, also alle Einrichtungen, die tatsächlich geschlossen werden mussten und für deren Mitarbeiter es keine alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten gebe. 

Stadt Hanau schickte bereits im Mai 30 Beschäftigte in Kurzarbeit

Bei der Stadt Hanau, so informiert die städtischen Pressestelle auf Anfrage unserer Zeitung, waren im Mai insgesamt 30 Beschäftigte in Kurzarbeit geschickt worden. im Laufe des Juni kämen weitere 39 Beschäftigte dazu. Auch für 20 Mitarbeiter der Hanauer Bäder reduziere sich dann die Arbeitszeit. „Über die gesamte Unternehmung gesehen spart die Stadt rund 100 000 Euro pro Monat“, erklärt die Pressestelle weiter. 

Pressesprecher der Stadt Hanau erklärte, dass Kurzarbeit für Kommunalverwaltungen kein Thema gewesen sei

Beim Hessischen Städtetag erklärt der zuständige Pressesprecher, dass dort Kurzarbeit für Kommunalverwaltungen kein Thema gewesen sei. Viele Verwaltungsverfahren in den Kommunen liefen ja weiter, Dort, wo weniger zu tun ist, seien Mitarbeiter oft zur Verstärkung in anderen Bereichen eingesetzt. Abteilungen mit Publikumsverkehr hätten umgestellt auf Videogespräche und Konferenzen. 

Auf diese Weise hätten sich etwa im Bereich der Beratungen in Sachen STGB II spannende neue und kundenfreundliche Formate ergeben, die auch für die Zeit nach Corona erhalten blieben. Als Empfehlung gab der Städtetag nach den Worten des Sprechers aus, im Sozial- und Erziehungsbereich ganz auf Kurzarbeit zu verzichten, auch wenn die Kitas wochenlang geschlossen gewesen seien. Zum einen gelte es, die Erzieherinnen zu halten. Zudem hätten die Mitarbeiterinnen auch während der Zeit der Schließung konzeptionell und mit den Eltern oder Kindern weitergearbeitet. 

Stadt Hanau hat unterschiedliche Regelungen für die Kurzarbeit beantragt

Dessen ungeachtet haben nach den Worten von Verdi-Sekretärin Jopen einige Kommunen prüfen lassen, ob im Kita-Bereich Kurzarbeit möglich ist. Eine einzige Kommune habe tatsächlich ein Team aus dem Kitabereich in Kurzarbeit geschickt. Hanau habe das geprüft, sich aber gegen die Maßnahme entschieden. Jopen betont, dass den Kitamitarbeitern viel abverlangt werde. Unter anderem müssten sie extrem flexibel auf immer neue Regelungen reagieren. 

In Hanau wurden für einzelne Mitarbeiter oder Teams aus verschiedenen Bereichen unterschiedliche Kurzarbeitsregelungen beantragt. So seien die Beschäftigten im Fachbereich in Standortmarketing und Tourismus vom 1. Mai bis 31. Dezember in Kurzarbeit. Dasselbe gelte für den kompletten Fachbereich Kultur . Etwas früher kehren die Mitarbeiter der Fachstelle Sport nach der ebenfalls ab 1. Mai angetretenen Kurzarbeit wieder an die Arbeit zurück. Sie starten wieder am 1. September. 

Dauer der Kurzarbeit bei der Stadt Hanau variiert

Das Team der Brüder-Grimm-Festspiele arbeitet bis 31. Oktober kurz, die Mitarbeiter der Hanau Marketing Gesellschaft (HMG) bis Ende August. Dort waren im Mai zwei Mitarbeiter zu 100 Prozent in Kurzarbeit, zwei Mitarbeiter können im Juni komplett sowie zwei weitere Kollegen zu 50 Prozent zuhause bleiben. Für die städtische BAUpro gilt laut Pressestelle die Kurzarbeit von 1. Juni bis 31. Dezember, im Juni sei ein Mitarbeiter zu 100 Prozent freigestellt, ein zweiter zu 50 Prozent. Bei der Hanau Bäder GmbH gilt die Kurzarbeitsregelung für Mai und Juni. 

Die Stadt Hanau begründet die Maßnahme mit dem erheblichen Arbeitsausfall in den betreffenden Bereichen sowie mit der Tatsache, dass die betrieblichen Voraussetzungen für die Gewährung des Kurzarbeitergeldes dort erfüllt seien (Arbeitsausfall, wirtschaftlicher Schaden, nicht anderweitig bei der Stadt einsetzbar). Alle Betroffenen wurden frühzeitig über informiert und ihnen wurde der Beginn individuell mitgeteilt, da dieser aufgrund der Arbeitssituation vor Ort, bestehendem Zeitguthaben oder altem Urlaubsanspruch variiere.

Rubriklistenbild: © dpa

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