Durchbruch bei Verhandlungen

Stadt steht vor Kasernen-Kauf

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Die Pioneer-Kaserne in Wolfgang von oben betrachtet

Hanau - Der von der Stadt Hanau angestrebte Kauf der kompletten Pioneer-Kaserne in Wolfgang steht offenbar bevor. Bei den Verhandlungen gab es offenbar einen Durchbruch. Von Christian Spindler

Man sei mit der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (BImA), dem Eigentümer der Kasernen-Areale, „in wesentlichen Fragen einig“, so Stadtentwickler Martin Bieberle auf Anfrage. In den letzten Tagen hat es offenbar den entscheidenden Durchbruch bei Verhandlungen mit dem BImA-Vorstand gegeben. Teil des Gesamtpakets ist die Unterbringung von Flüchtlingen in vier Blocks der zur Pioneer-Kaserne gehörenden Sportsfield Housing. Auch deswegen besteht Zeitdruck. Hanau kann die zugewiesenen Flüchtlinge nicht mehr in Wohnungen unterbringen, weil ausreichend Billig-Wohnraum fehlt. In der geplanten Erstaufnahemeinrichtung sollen, wie berichtet, zunächst 170, dann 340 Asylbewerber unterkommen.

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Mit dem Kauf der 62 Hektar großen Pioneer-Kaserne würde die Stadt erstmals ein komplettes Kasernen-Gelände erwerben. Das soll über die Bauprojekte GmbH, eine Tochter der städtischen Baugesellschaft, abgewickelt werden. Die Vermarktung soll mit Hilfe von privaten Investoren geschehen. Bieberle: „Es gibt viele potenzielle Partner.“ Nach bisherigen Plänen könnten im nördlichen Teil der Pioneer-Kaserne in der denkmalgeschützten Fächerform Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser entstehen, südlich davon dreigeschossige Neubauten. Richtung B8 sollen die bestehenden Häuser umgebaut werden.

Vier Blocks für Flüchtlinge

Der Vertrag mit der BImA soll auch die Flüchtlings-Unterbringung auf der gegenüberliegenden Sportsfield Housing regeln. Während man die übrigen der 22 Blocks abreißen will, sollen vier als Erstaufnahmeeinrichtung für etliche Jahren stehen bleiben. Die Laufzeit, so Bieberle, wolle man vertraglich fixieren. Ursprünglich sollte die gesamte Sportsfield Housing Wohngebiet werden. Das hatte sich wegen der nahen Industrie planungsrechtlich als nicht machbar erwiesen. Nun will man ein Gewerbegebiet entwickeln.

Knapp 370 Flüchlinge leben derzeit in Hanau. Bis Jahresende sollen weitere 15 zugewiesen werden. In Zukunft könnte sich die Zahl verdreifachen, heißt es. Um die vier Blocks als Erstaufnahmeeinrichtung herzurichten, sind laut Stadt Investitionen von zwei Millionen Euro notwendig. Die Underwood-Kaserne (Großauheim) ist damit als mögliches Asylbewerber-Heim wohl vom Tisch. Dort wären angeblich Investitionen von vier Millionen Euro notwendig gewesen. Der Kauf der Pioneer-Kaserne soll nach Informationen unserer Zeitung im Dezember Thema im Aufsichtsrat der Bauprojekte GmbH sein. Im Januar will man das Konzept dann öffentlich vorstellen.

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