Staudinger: Entscheidung über Klage fällt heute 

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Heuter werden die Stadtverordneten entscheiden, ob sie gegen den Ausbau des Kohlekraftwerks Staudinger klagen werden.

Hanau - Die Stadt Hanau entscheidet heute um 17 Uhr, ob sie gegen den Ausbau des Kohlekraftwerks Staudinger im benachbarten Großkrotzenburg klagt.

Wird der Ausbau des Kohlekraftwerks Staudinger schon bald zur Justizsache? Hanaus Stadtverordnete wollten heute Abend entscheiden, ob sie wegen des Großprojekts im benachbarten Großkrotzenburg klagen. Ein Rechtsstreit ist nicht abwegig: Vor kurzem bereits hat der Magistrat empfohlen, gegen den umstrittenen Bau des Energie-Konzerns Eon juristisch vorzugehen. Eon will für mehr als 1,2 Milliarden Euro einen sechsten Kraftwerksblock bauen. Die Aufsichtsbehörde in Darmstadt hatte zum Jahreswechsel dafür eine erste Genehmigung erteilt.

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Hanau wäre vor Gericht nicht alleine: Die Gemeinde Hainburg und die unterfränkische Stadt Alzenau haben bereits angekündigt, sich an der Klage zu beteiligen. Ihr Argument: Sie wollen ihre Bürger vor dem weltweit größten Kraftwerksblock schützen, wie es Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) bereits formuliert hat. Auch seien die Einwendungen im Genehmigungsverfahren nicht beachtet worden. Fachanwalt Matthias Möller-Meinecke soll die drei Kommunen nach früheren Angaben bei ihrer angestrebten Klage vor dem Verwaltungsgerichtshof in Kassel vertreten.

Strategie geändert: Kohle spielt keine Rolle mehr

Das Regierungspräsidium Darmstadt hatte Ende Dezember dem Energie-Riesen Eon eine erste Teilgenehmigung für den Bau eines sechsten Blocks erteilt. Im Gegenzug will Eon drei alte Blöcke abschalten.

Nach Ansicht von Winfried Schwab-Posselt, Sprecher der BI „Stopp Staudinger“, hat das Unternehmen allerdings gar kein großes Interesse mehr am Ausbauvorhaben. Der Konzern habe seine Strategie geändert. Kohle spiele keine Rolle mehr, weil die Atomkraftwerke länger laufen dürfen, sagte er wiederholt. Eon setze eher auf Gaskraftwerke als Brückentechnologie.

dpa

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