Experten im Wohnstift

Stärkung der Nachbarschaft

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Beleuchteten Perspektiven für das Leben im Alter: Henning Scherf, Dr. Harald Schmid sowie Susanne Simmler. Rechts im Bild Moderator Philipp Engel.

Hanau - Seit 20 Jahren engagieren sich die Alten- und Pflegezentren des Main-Kinzig-Kreises für ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben im Alter. Grund genug, gemeinsam zu feiern und Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln.

Anlässlich des Jahresempfangs im Hanauer Wohnstift an der Lortzingstrasse, folgten der ehemalige Bremer Bürgermeister Henning Scherf und der frühere Weltklasse-Hürdenläufer Dr. Harald Schmid der Einladung und diskutierten mit HR-Moderator Philipp Engel über Fitness im Alter und Modelle seniorengerechten Wohnens. Scherf, der seit 30 Jahren in einer Hausgemeinschaft mit zehn Freunden lebt, sieht in diesem Modell Zukunftschancen. Er macht sich besonders für dezentrale Einrichtungen stark. „Nicht das Bauen immer größerer Einrichtungen sollte das Ziel sein, sondern die Stärkung der Nachbarschaften. Schließlich wollen Senioren so lange wie möglich Dinge selbst machen.“ Wer mobil bleibt und Austausch mit Menschen hat, habe eine hohe Chance alt zu werden. „Im Ruhestand wollen Senioren nicht ruhig gestellt werden, sondern aktiv bleiben“, so sein Plädoyer für mehr Beteiligung von Senioren am gesellschaftlichen Leben.

Beweglich bleiben, ist auch das große Anliegen von Sportwissenschaftler Dr. Harald Schmid. Natürliche Bewegungsabläufe seinen hier zu bevorzugen. Selbst fünf bis zehn Minuten Übungen am Tag könnten viel bewegen. Schmid sprach sich gegen Fitness in apparategestützten Studios aus. „Hier lernt man nur maschinelle Bewegungen.“

Angesichts des demografischen Wandels und einer immer älter werdenden Gesellschaft trügen die Alten- und Pflegezentren des Main-Kinzig-Kreises mit 962 Pflege- und Betreuungsplätzen und einer Versorgung von 1500 Menschen zu einem umfassenden Netz bei, so die Aufsichtsratsvorsitzende und Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler. Pflegeplätze dort schaffen, wo sie benötigt werden ist auch für Simmler das Konzept der Zukunft.

Für langjährige Verdienste wurden zudem ehrenamtlichen Helfer des Arbeitskreises Hospizdienst des Caritas-Verbandes geehrt. Gudrun Miksch, Irene Kraft, Erika Siepmann, Christa Krucker, Ursula Streicher und Christa Schreiber wurden mit der Waltraude-Heitzenröder-Medaille ausgezeichnet. (grü)

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