Statt lukrativem Nebenjob Ärger mit der Justiz

Hanau - Vermeintliche Nebenjobs können ganz schön teuer zu stehen kommen, vor allem wenn dahinter Abzocker aus dem Internet stehen. Von Dirk Iding

Diese bittere Erfahrung musste ein 64-jähriger Hanauer machen, der auf der Suche nach einer Verdienstmöglichkeit „online“ unterwegs war. Dabei stieß er auf Angebote als Warenagent.

Seine Aufgabe sei es, Pakete, die an seine Hausanschrift gesendet werden, an Firmen im Ausland weiterzuleiten. Das klang einfach. Also unterschrieb er in bester Hoffnung den Arbeitsvertrag mit der britischen Firma und begann seine Tätigkeit. Er erhielt Päckchen an seine Heimadresse, versah sie mit neuen Adressetiketten für Zielorte in Estland und gab sie erneut in den Postlauf. Nachdem er zwei Pakete weitergeleitet hatte, hoffte er auf die Provision. Doch statt der erwarteten Entlohnung kam die Polizei: Gegen den Mann lag eine Anzeige wegen Betrugs vor.

Die Rechnungen in den Paketen wurden nämlich über betrügerisch erlangte Kreditkarten beglichen - als Vertragspartner galt der 64-Jährige. Der hat nun Schwierigkeiten mit dem Gesetz, keine Nebeneinkünfte und eventuell noch offene Rechnungen.

„Dies ist eine bekannte Masche; immer wieder fallen Personen auf solche Nebenjobangebote im Internet herein“, sagt Hauptkommissar Stefan Adelmann von der Beratungsstelle der Polizei in Hanau. Er weiß, dass Jobangebote, bei denen ohne entsprechende Gegenleistung unüblich viel Geld zu verdienen sei, unseriös sind. Auf entsprechene E-Mails sollte man nicht antworten. Auch sollte man Angebote immer ablehnen, bei denen man das Konto zur Abwicklung von Zahlungen zur Verfügung stellen soll. Auch sollte man sich nie von Provisionsangeboten blenden lassen. Konten sollten auch auf unerwartete Gutschriften überprüft werden, die sofort zurück überwiesen werden sollten. Es gelte: „Je verlockender ein Angebot ist, desto misstrauischer sollten man sein!“

Vertragsabschlüsse im Internet seien immer mit größter Vorsicht zu betrachten. Dies gelte umso mehr für den Abschluss eines Arbeitsvertrages, den man niemals nur über das Internet eingehen sollte, empfiehlt Adelmann. „Suchen Sie stets den persönlichen Kontakt zum Anbieter der Tätigkeit oder informieren Sie sich beispielsweise bei der Verbraucherschutzzentrale.“

Rubriklistenbild: © AP

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