Sanierung der Busch-Werkstätten unterstützt

Wie ein Lottogewinn für Steinheim

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Am Busch-Haus in der Steinheimer Vorstadt trafen sich gestern (von links) Michael H. Sprenger und Gabriele Gillner von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Burkhard Huwe (Vorsitzender Steinheimer HGV), Architektin Alexandra Vydra, Stiftungsgründerin Klara Busch sowie Mitglieder des privaten Förderkreises und Klaus-Peter Möller von Hessen Lotto.

Steinheim - Einen Lottogewinn besonderer Art dokumentiert künftig eine kleine dezente Bronzetafel in der früheren Bildhauerwerkstatt Busch: Geld aus der Rentenlotterie Glücksspirale steckt in dem Förderpaket der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) für die bisherigen Sanierungsabschnitte am Künstlerhaus in der Steinheimer Vorstadt. Von Oliver Klemt

Eine Bronze-Plakette dokumentiert künftig am Busch-Haus die Unterstützung der Sanierung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und Lotto.

219.000 Euro hat die Bonner Stiftung für die 2014 begonnenen Arbeiten bislang locker gemacht. Steinheimer Heimatkundige wie Burkhard Huwe, Vorsitzender des örtlichen Heimat- und Geschichtsvereins, sind sich der Bedeutung des Busch-Anwesens und seiner früheren Bewohner für die Lokalhistorie seit Langem bewusst. Gründer Georg Busch, überregional als Bildhauer berühmt geworden, habe überall in Steinheim Spuren hinterlassen, so Huwe. Entsprechend engagiert stehen der Steinheimer Heimat- und Geschichtsverein und ein privater Förderkreis hinter den Bemühungen von Klara Busch, die als Urenkelin von Johann Georg Busch ihrerseits eine „Bildhauerfamilie Busch-Platz Stiftung“ ins Leben rief, um den früheren Familiensitz mit dem Wohnhaus an der Straßenfront und der Werkstatt im Hinterhof wieder herzurichten.

Die Geschichte der Gebäude reicht zurück bis ins späte 19. Jahrhundert. Die Hofreite, die der Künstler 1889 erwarb, um dort unter dem Namen Georg Busch & Söhne seine „Werkstätten für Kunst und Kunstgewerbe“ einzurichten, war zuvor unter anderem eine Gastwirtschaft gewesen. Unter dem Wohnhaus liegt noch ein Gewölbekeller. Über dem gemauerten Erdgeschoss erhebt sich ein Dachgeschoss mit Zwerchhaus und Dreiecksgiebel.

Innen ist die Ausstattung aus dem 19. und 20. Jahrhundert noch weitgehend erhalten. Dort und im rückwärtigen Atelier mit seinen Ziegelmauern und den hohen Sprossenfenstern finden sich noch zahlreiche Kunstwerke, die im Lauf von Jahrzehnten unter den Händen der Familienmitglieder entstanden sind. Für den Verbindungsbau fanden Steine der 1892 abgebrochenen früheren Pfarrkirche St. Nikolaus Verwendung.

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Mehr als genug gute Gründe also, das Gebäude-Ensemble zu erhalten und als Kulturdenkmal kenntlich zu machen. Die Restaurierung, geplant von der Architektin Alexandra Vydra, ist laut Burkhard Huwe in vier Abschnitten angelegt. Für die Unterstützung der DSD sind die Steinheimer dankbar. Projekte wie dieses passen laut Gabriele Gillner, Ortskuratorin der Stiftung für den Frankfurter Raum, mit ihrer festen lokalen Verankerungen und einer Vielzahl privater Unterstützer exakt zu den Förderkriterien.

Bislang hat die DSD in Hessen laut Gillner rund 200 denkmalschutzgerechte Sanierungsvorhaben unterstützt. Das Geld dafür kommt zum großen Teil aus den Fördertöpfen der staatlichen Lotteriegesellschaft Hessen Lotto. „Jeder Lottokunde trägt ein klein bisschen dazu bei, dass es hier vorangeht“, betonte Burkhard Huwe, der in der Steinheimer Vorstadt unter anderem Klaus Peter Möller, Bezirksleiter von Hessen-Lotto, willkommen hieß. Die gemeinnützige Orientierung unterscheide Lotto von allen privaten Glücksspielanbietern. (zrk)

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