Selfies mit dem Flussgott

Entwürfe für Steinheim-Skulptur zum Jubiläumsjahr vorgestellt

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Fast zwei Meter groß soll die Steinheim-Skulptur werden, die man vor der Kulturhalle aufstellen will.

Rund 20 interessierte Bürger nahmen im Steinheimer Museum die Gelegenheit wahr, einen Blick auf die fünf Modelle von Künstlern zu werfen, die sich an der Auslobung des Wettbewerbs für eine Skulptur anlässlich des Steinheimer Stadtjubiläums im kommenden Jahr beteiligt hatten.

Steinheim – Jury und Ortsbeirat haben sich bereits für die Realisierung der Bronze-Skulptur „Flussgott“ von Maja Thammen aus Regensdorf in der Schweiz entschieden (wir berichteten). In der kommenden Woche soll ein entsprechender Beschluss im Magistrat gefasst werden, teilte Kultur-Fachbereichsleiter Martin Hoppe bei der Informationsveranstaltung im Steinheimer Museum mit.

Hoppe erinnerte daran, dass insgesamt 18 Künstler aus Deutschland, Rumänien und der Schweiz auf die Ausschreibung reagiert haben. Fünf davon wurden dann aufgefordert, ihre Ideen in ein Modell zu bringen, um den Eindruck der Arbeiten zu vertiefen. Die fünf in die engere Wahl gekommenen Arbeiten waren denn auch im Steinheimer Museum im Modell zu besichtigen.

Unterschiedliche, kreative Ideen und Konzepte

Hoppe erläuterte die zugrunde liegenden Konzeptionen, beginnend bei Gerald Jäggles aufgeschlagenem Buch, das auf einem gestuften Sockel steht, der zugleich auch Sitzgelegenheit sein soll, und Zitate aus der Steinheimer Geschichte enthält. Dem Bildhauer Ralf Ehmann schwebte eine rund drei Meter hohe Basaltsäule vor, die Stadtwappen und Porträt des Stadtrechtsgebers enthält, gekrönt werden sollte die Skulptur von einer dicht gedrängten Menschengruppe. Einen Zeitstrahl aus Cortenstahl hatte Faxe Müller aus Jossgrund vorgeschlagen. Auch dort sollten Stationen aus der Steinheimer Geschichte eingraviert werden.

Hanaus Kultur-Fachbereichsleiter Martin Hoppe erläuterte die Entwürfe.

Ein Haus aus 700 Kalksteinen – für jedes Steinheimer Jahr einen – schwebte dem Architekten Matthias Braun vor. Letztendlich sei es aber der „Flussgott“ von Maja Thommen gewesen, der überzeugt habe, sagte Martin Hoppe. Mit der Figur beziehe sich die Bildhauerin auf die Stadt Steinheim, die eben am Main liegt, und transportiere eine Geschichte dazu. In der Hand hält das mystische Wesen, das in Bronze gegossen etwa 1,80 Meter bis zwei Meter groß sein wird, einen Brocken Basalt – jenes Material also, auf dem auch Groß-Steinheim steht. Und aus diesem Basaltbrocken wachsen die Zinnen des Schlossturmes hervor.

Statue soll auf Fläche vor Steinheimer Kulturhalle aufgestellt werden

Seinen Platz finden soll der Flussgott auf der neu gestalteten Fläche vor der Steinheimer Kulturhalle. Nicht etwa auf einem Sockel, sondern in den Boden eingelassen. Der Flussgott wird so, da ist sich Hoppe sicher, „ganz bei den Leuten sein.“ Und die werden die Möglichkeit nutzen, Selfies und Fotos zu machen, ganz so, wie es bei der Figur des Moritz Daniel Oppenheim auf dem Freiheitsplatz geschehe.

Schon bei der ersten Präsentation ein gefragtes Fotomotiv: Der von Maja Thammen entworfene Flussgott.

Vor der Kulturhalle an der Ludwigstraße wird derzeit bis voraussichtlich Januar oder Februar nicht nur die Zugangstreppe erneuert und eine Rampe für Rollstuhlfahrer angelegt, sondern auch der kleine Platz daneben neu gestaltet. Wenn die Skulptur dort steht, werde es wohl „nicht lange dauern, bis die Steinheimer ihrem Flussgott einen Spitznamen verpasst haben“, ist sich Hoppe sicher. Vor der Kulturhalle befinde sich die Plastik jedenfalls im Zentrum des Steinheimer Geschehens und werde wahrgenommen als ein weiteres, Identität stiftendes Kunstwerk im öffentlichen Raum.

Im November 2020 soll Statue Standort beziehen

Im November 2020 soll der Flussgott von Maja Thammen seinen Standort beziehen. Rund 30000 Euro wird das Denkmal zum Stadtrechtsjubiläum Steinheims kosten.

Für kommenden Sonntag,15. Dezember, 16 Uhr, lädt Hoppe erneut zur Besichtigung und Erläuterung der Entwürfe ins Museum in Schloss Steinheim ein.

von Dieter Kögel

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