Steinheim-Skulptur einer Schweizer Künstlerin

Steinheim: Flussgott auf Augenhöhe

Direkt auf dem Boden soll die 1,80 bis zwei Meter große Skulptur installiert werden. 
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Direkt auf dem Boden soll die 1,80 bis zwei Meter große Skulptur installiert werden. 

Er wird dem Betrachter quasi Auge in Auge gegenüberstehen: Der Steinheimer Flussgott. Die lebensgroße Skulptur wird den neuen Platz vor der Kulturhalle an der Ludwigstraße zieren. Das ist nun amtlich, nachdem der Magistrat der Jury-Empfehlung gefolgt ist.

Steinheim – Zuvor hatte sich auch der Ortsbeirat für den Entwurf ausgesprochen. Während es bei der ersten öffentlichen Präsentation eine durchweg positive Resonanz gab, kam danach vereinzelt Kritik.

Der Entwurf für die Skulptur, die im Rahmen des Jubiläums „700 Jahre Stadtrechte Steinheiem“ aufgestellt werden soll, stammt von der Schweizer Künstlerin Maja Thommen. Sie hat, wie berichtet, mit ihrer Bronzeskulptur einen von der Stadt ausgeschriebenen Wettbewerb gewonnen. Das Besondere an der Skulptur ist nicht nur die Gestaltung, sondern auch, dass sie nicht auf einem Sockel stehen, sondern direkt auf dem Boden befestigt wird, so wie auch die Figur von Moritz Daniel Oppenheim auf dem Freiheitsplatz. Damit sei das Kunstwerk „nah bei den Menschen“, heißt es.

Maja Thommen überzeugte nicht nur die Fachjury aus überwiegend Steinheimer Institutionen, sondern nach einem einstimmigen Beschluss im Ortsbeirat und zwei Informationsveranstaltungen in Schloss Steinheim nun auch einhellig den Magistrat.

Vereinzelt gab es indes kritische Anmerkungen. So wurde unter anderem kritisiert, dass der Flussgott keinen Bezug zur Steinheimer Historie habe, und dass eine männlicher Figur die Stadtrechtsgeschichte symbolisiere.

Martin Hoppe, Leiter des Fachbereichs Kultur, hatte bei den zwei öffentlichen Präsentationen von insgesamt fünf Modellen, insbesondere den Steinheim-Bezug des Gewinner-Entwurfs von Maja Thommen gewürdigt: Zum einen die Verbindung zum Main; und zum anderen die Tatsache, dass der Flussgott einen Basaltbrocken in Händen hält - just das Material, auf dem Teile Steinheims gründen. Aus dem Basalt-Brocken wachsen bei der Skulptur die Schlossturm-Zinnen gleichsam empor.

OB Claus Kaminsky würdigte nach dem Magistratsvotum, dass eine Frau den Kunst-Wettbewerb gewonnen hat. „Im öffentlichen Raum sind Kunstwerke von Frauen leider noch eine Seltenheit. Hanau ist nun auch hier in einer Vorreiterrolle.“

30 000 Euro wird das Kunstwerk alles in allem kosten. Bis es auf dem neuen Kulturhallen-Vorplatz stehen wird, dauert es freilich noch. Erst im November 2020 wird der Flussgott aufgestellt.

Mit „ungewöhnlicher Kunst im öffentlichen Raum“ wolle sich Hanau einmal mehr abheben „vom zunehmenden gestalterischen Einerlei vieler Innenstädte“, so Kaminskly, der zudem auf die Katase-Säule auf dem Kurt-Blaum-Platz verweist, aber auch auf das Oppenheim-Denkmal. Letzteres sei nach dem Nationaldenkmal der Brüder Grimm mittlerweile zum „wohl beliebtesten Selfie-Motiv“ in Hanau geworden. Auch mit dem Märchenpfad mit elf Figuren in der Innenstadt, die die Märchen symbolisieren, die den Brüder Grimm in Hanau zugetragen wurden, habe die Stadt einen besonderen Akzent gesetzt.

Insgesamt hatten sich 18 Bildhauer an der Ausschreibung zum Steinheimer Stadtrechte-Denkmal beworben, fünf kamen in die engere Auswahl. Derzeit werden Treppe und Platz vor der Kulturhalle umgestaltet. Das kostet 420000 Euro. Die Arbeiten dauern bis Januar oder Februar.

VON CHRISTIAN SPINDLER

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