Privater Hortverein mit neuen Angeboten

"Geballte Frauenpower als Doppelspitze" für das Familiennetzwerk

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„Achtung, Aufnahme!“ Gestern wurden im Rahmen einer Medienwoche während des Ferienprogramms Beiträge für das Hort-Radio produziert. Jennifer Rohrbach zeichnete alles auf.

Beim Familiennetzwerk gibt es eine neue Organisationsstruktur und Betreuungsangebote, "die es ansonsten in Hanau so nicht gibt". 

Steinheim –Der Verein, der in Steinheim zwei Kinderhorte betreibt, startet mit einem neuen pädagogischen Leitungsteam aus Rohrbach und ihrer Kollegin Sarah Reschke, mit „geballter Frauenpower als Doppelspitze“, neu durch – und vor allem mit neuer Organisationsstruktur und Betreuungsangeboten, „die es ansonsten in Hanau so nicht gibt“, so Harald Körner, Vorsitzender des Familiennetzwerks.

Neu ab dem kommenden Schuljahr sind erheblich erweiterte Öffnungszeiten, die von derzeit 10 bis 18 Uhr auf 7 bis 18 Uhr ausgedehnt werden. Und: Die Betreuung in der Früh kann auch für externe Schüler gebucht werden, die ansonsten nicht den Hort besuchen. Damit will man Familien ein Angebot machen, die morgens das Problem haben, dass die Eltern zur Arbeit müssen, ehe die Schule beginnt. Das Kind wird dann ab 7 Uhr im Familiennetzwerk-Hort nicht nur betreut, sondern „bekommt bei uns ein Frühstück und ein Pausenbrot für die Schule“, sagt Sarah Reschke. Alle Mahlzeiten, wie auch Mittagessen und Snacks, werden in der Küche der Zukunftswerkstatt an der Pfaffenbrunnenstraße vom eigenen Küchenteam frisch zubereitet.

95 Euro kostet laut Körner die Frühbetreuung samt Frühstück und Pausenbrot pro Monat für fünf Tage die Woche. Entsprechend günstiger wird es bei nur drei oder vier Wochentagen. Drei-, Vier- oder Fünftage-Pakete sind auch für alle Betreuungsangebote des Familiennetzwerks möglich.

Medienwoche ist Teil des Ferienprogramms

Zwei Einrichtung betreibt der gemeinnützige Verein in Steinheim: Einen Hort an der Uferstraße hinter der Kulturhalle und einen an der Pfaffenbrunnenstraße: die Zukunftswerkstatt, quasi Zentrale des Familiennetzwerks.

Auch Hüttenbauen ist auf dem Gelände an der Pfaffenbrunnenstraße angesagt, angeleitet vom neuen Leitungsteam mit Sarah Reschke (rechts) und Jennifer Rohrbach.

Dort findet derzeit auch das Ferienprogramm statt. Gestern wurden in einem eigens eingerichteten kleinen Studio von den Kindern Beiträge für ein Hort-Radio produziert – von Verkehrsmeldungen über Nachrichten bis zu Comedy. Das Projekt ist Teil einer Medienwoche. Eine Handwerkswoche hat bereits stattgefunden, erläutert Reschke, eine Naturwoche mit Exkursionen, eine Sports- und Fun-Woche sowie eine Kreativwoche, bei der unter anderem Süßigkeiten selbst hergestellt werden, folgen noch. Zudem gibt es Schwimmbadbesuche, aber auch Zeit zum Chillen, „schließlich sind ja Ferien“, sagt Rohrbach. Die Erzieherin und Theaterpädagogin ist seit zwei Jahren beim Familiennetzwerk und bildet seit 1. Juli zusammen mit Sarah Reschke, die im Februar dazu kam, das neue Leitungs-Duo.

Bald altersgemischte Gruppen

Knapp 40 Mädchen und Jungen werden derzeit in den beiden Einrichtungen des Familiennetzwerks betreut: Die Erst- und Zweitklässler an der Uferstraße, die Älteren in der Zukunftswerkstatt. Das soll sich ändern. „Es wird altersgemischte Gruppen geben“, kündigt Rohrbach an, „wie in einer Familie eben.“ Und die Hortkinder aus der Geschwister-Scholl-Schule sollen künftig wegen der kürzeren Wege nach dem Unterricht alle in die Zukunftswerkstatt gehen.

Die Betreuungskosten beim Familiennetzwerk liegen gut 15 Prozent über denen anderer Einrichtungen, räumt Körner ein. 80 Prozent seiner ungedeckten Kosten bekommt der Verein, so wie kirchliche und andere private Träger auch, von der Stadt erstattet. Den Rest muss er selbst finanzieren, etwa durch Mitgliedsbeiträge oder das Hanauer Seifenkistenrennen, das der Verein seit 13 Jahren organisiert. Es ist das größte in Deutschland. Es soll künftig noch mehr ins Hortleben integriert werden. „Und wir wollen auch enger mit Schulen und anderen Einrichtungen im Stadtteil kooperieren“, sagt Rohrbach. „Der Vereinsname Familiennetzwerk soll schließlich Programm sein.“

Umfassende Betreuung hat ihren Preis

Zwar ist der Hortbesuch beim Familiennetzwerk teurer als anderswo, „aber dafür bieten wir mehr als andere“, sagt Körner. Das fange bei der qualifizierten Hausaufgabenbetreuung mit Checkheft für die Eltern an, reiche über die umfangreichen Ferienprogramme bis zu Öffnungszeiten wie es sie in anderen Einrichtungen nicht gebe. Die Betreuung von 7 bis 18 Uhr ist das eine; „wir haben außerdem bis auf die Woche zwischen Weihnachten und Silvester immer auf“, sagt Rohrbach, „selbst an Brückentagen und in allen Ferien. Und bei uns gibt es keine Schließungen wegen Betriebsausflüge oder pädagogischen Tagen.“

In der letzten Sommerferienwoche steht vor einem Abschlussfest, zu dem alle Familien eingeladen sind, ein mehrtägiger Ausflug an. Diesmal geht es auf eine Burg. Eintauchen ins Mittelalter ist angesagt.

Christian Spindler

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