Chaotische Zustände

„Elterntaxis“ gefährden Kinder an Theodor-Heuss-Schule

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Kind mit Schulranzen (Symbolbild)

Eltern-Taxis sorgen an der Theodor-Heuss-Schule zunehmend für Ärger - Politik sieht aber keinen Handlungsbedarf.

Steinheim – Auf dem Jürgen-Sticher-Platz vor der Theodor-Heuss-Schule darf weiter geparkt werden. Der Steinheimer Ortsbeirat hat sich am Donnerstagabend gegen eine Initiative von Schulelternbeirat und Schulleitung zur Sperrung des Platzes ausgesprochen.

Schulleiterin spricht von chaotischen Zuständen

Stattdessen will man das Problem der „Elterntaxis“ in einer konzertierten Aktion angehen.

Von zum Teil „chaotischen Zuständen“ rund um die Grundschule berichteten Schulleiterin Anja Steigerwald und der Vorsitzende des Schulelternbeirats, Alexander Methner, im Stadtteilparlament. Verursacht jeweils zu Schulanfang und -ende von Eltern, die ihre Kinder mit Autos zur Schule bringen beziehungsweise abholen. Dann wird auf dem kleinen Platz direkt vor der Schule inmitten von Kindern hin und her rangiert. Ähnliches sei auch hinter der Schule in der Kirchstraße zu beobachten.

Eltern-Taxis: Betroffene bleiben uneinsichtig

„Die Situation ist eine Gefahr für unsere Kinder. Viele Eltern sind in großer Sorge“, berichtete Methner. Versuche, über Elternbriefe, Kontrollen und persönliche Ansprache eine Verhaltensänderung bei den Eltern zu bewirken, hätten allenfalls kurzfristige Erfolge gezeitigt. „Nach zwei, drei Wochen ist es wieder das gleiche Bild“, so Methner frustriert.

Deshalb sehe man nur noch in einer vollständigen oder zumindest zeitweisen Sperrung des Jürgen-Sticher-Platzes für Autos eine Lösung, hatten sich Schulleitung und Elternbeirat mit einer entsprechenden Initiative an den Ortsbeirat gewandt. Zur Diskussion hatte Ortsvorsteher Klaus Romeis (CDU) auch Vertreter des Einzelhandels und der Kirchengemeinde St. Nikolaus sowie Fachleute aus der Verwaltung eingeladen. Und von denen – ebenso wie aus Reihen des Ortsbeirates – sprach sich niemand für eine Sperrung des Jürgen-Sticher-Platzes aus. So verwies Stefan Bohländer auf die Bedeutung der Parkplätze für die letzten verbliebenen Geschäfte. Auch Gottesdienstbesucher und Besucher des Pfarrbüros St. Nikolaus beziehungsweise der Verwaltungsstelle nutzen die Parkplätze, hieß es. Und selbst einer zeitweisen Sperrung des Platzes erteilte Frank Rippert von der Straßenverkehrsbehörde eine Absage, „denn dann wird das Problem lediglich auf die viel befahrene Ludwigstraße verlagert, was zu einer noch größeren Gefährdung der Kinder führt.“

Eine Idee sind Bring- und Holzonen

Einen Ausweg wies Angelika Gunkel von der Stabsstelle für Nachhaltige Strategien. Sie regte eine konzertierte Aktion von Schule, Elternvertreter, Straßenverkehrsbehörde und Polizei an, um das Problem anzugehen. Damit habe man beispielsweise bei der Lindenauschule gute Erfahrungen gemacht. Neben Appellen, Kontrollen und nötigenfalls auch Bußgeldern könne auch über die Einrichtung von sogenannten Bring- und Holzonen im Umfeld der Schule nachgedacht werden, beispielsweise hinter der Kulturhalle. Von dort könnten dann die Kinder das letzte Stück zur Schule laufen, anfangs auch in Begleitung. Schulleitung und Elternbeirat akzeptierten schließlich diesen Vorschlag, auch wenn Alexander Methner Skepsis äußerte: „Ich befürchte, dass einige Eltern - wenn der Sticher-Platz offenbleibt, ihre Kinder weiterhin direkt bis vor die Schultüre fahren.“

VON DIRK IDING

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