Zahlreiche Bauvorhaben

Steinheim: Magistrat informiert über Entwicklungen im Stadtteil

Der Stadtteil Steinheim ist im vergangenen Jahr auf 12476 Einwohner angewachsen.
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Der Stadtteil Steinheim ist im vergangenen Jahr auf 12476 Einwohner angewachsen.

Über aktuelle Themen im Ortsbezirk Steinheim informiert in der Regel das jährliche öffentliche Stadtteiltreffen. Coronabedingt gab es diese Informationen nun schriftlich vom Magistrat.

Das Schreiben informiert unter anderem darüber, dass zum Stichtag 30. September 12 476 Personen mit ihrem Hauptwohnsitz in Steinheim gemeldet waren.

Bauprojekte im Ortsbezirk: Im Stadtteil laufen derzeit mehrere Bauprojekte. Unter anderem entsteht auf dem ehemaligen Rewe-Gelände an der Karl-Kirstein-Straße (circa zwei Hektar Grundstücksfläche) Wohnbebauung. Gebaut werden 100 neue Wohneinheiten mit Reihen- und Doppelhäusern, sowie Geschosswohnungsbau. Das Rewe-Gebäude wurde mittlerweile abgerissen; aktuell läuft die Bodensanierung im Bereich der Tankstelle.

An der Pfaffenbrunnenstraße, dort wo ehemals die Firma Kemmerer angesiedelt war, entstehen 26 zweigeschossige Reihenhäuser. Der Rohbau ist fertiggestellt, es folgt der Endausbau.

Corona-Pandemie unterbricht Gespräche zwischen Stadt und Firma Flexa

An der Darmstädter Straße möchte die Firma Flexa ihren Gewerbebetrieb auf der Fläche des Sportplatzes der Germania und einer gegenüberliegenden Fläche westlich der Darmstädter Straße erweitern. Aufgrund der Corona-Pandemie gab es eine Unterbrechung der Gespräche zwischen Stadt und der Firma Flexa hinsichtlich der Erweiterungsabsichten. Nun wurden diese Gespräche wieder aufgenommen. Der Satzungsbeschluss ist in Vorbereitung.

An der Otto-Hahn-Straße/Amerikafeld gibt es einige neue Betriebsansiedlungen. So wurde eine Fläche im östlichen Bereich an den Küchenfachmarkt „Küchen Aktuell“ veräußert. Die Eröffnung ist für das Frühjahr 2021 geplant. Auch das angrenzende Grundstück in Richtung Model-Kramp, Otto-Hahn-Straße 47, wurde veräußert. Hier entsteht ein Multipark mit Hallen und Büros für Klein- und Mittelständische Betriebe.

Die Entwicklung und Frequenz im Nahversorgungszentrum Rondo ist laut Mitteilung des Magistrats sehr gut. Es gibt keine freien Mietflächen.

Museum Schloss Steinheim: Das Museum Schloss Steinheim/Regionale Archäologie und Stadtgeschichte zählte im Jahr 2019 insgesamt 6625 Besucher. In 2020 war es coronabedingt nur im Januar (173 Besuche) und Februar (105 Besuche) geöffnet. Das Museum wurde im Oktober mit der Sonderausstellung zu „700 Jahre Stadtrechte Steinheim“ wieder geöffnet, samstags/sonntags von 11 bis 17 Uhr.

Renaturierung Hellenbach: Der Hellenbach wurde/wird in drei Abschnitten renaturiert: Oberlauf zwischen Fasaneriestraße bis zur Einleitstelle, Mittellauf zwischen Einleitstelle und Schöpfwerk, Unterlauf zwischen Schöpfwerk und Mündung in den Altarm. Zum Unterlauf „Hellenbach-Mündung“ liegt eine fertige Planung vor. Diese wurde der Deutschen Bahn, als Kompensationsmaßnahme für den Bau der Nordmainischen S-Bahn, überlassen. Wann die Umsetzung erfolgen soll, ist noch in Abstimmung.

Seit dem Winter 2016/17 hat sich eine Biberfamilie im Bereich des Naturschutzgebietes Untere Fasanerie im Hellenbach angesiedelt.

Von dort aus wanderten einige Biber in den Folgejahren bachabwärts und sorgten durch kleinere Damme für zeitweilig größere Wasserflächen. Seit dem Winter 2019/20 haben sich Biber im Bereich des renaturierten Bachabschnittes eingerichtet. Durch Dämme kommt es zu größeren Staubereichen, sodass die begonnene Renaturierung durch den Biber weitergeführt wird und sowohl die Strukturvielfalt als auch Biodiversität am Bach erheblich zugenommen hat.

Grundwasserverunreinigung: Der Standort der ehemaligen Firma Giese in der Berliner Straße wurde von circa 1957 bis 1979 als Fabrikationsstandort für Reinigungsmittel genutzt. Nach Ermittlung der Grundwasserverunreinigung wurde seit dem Jahr 2015 eine Sicherungsmaßnahme des Grundwasser-Abstroms vorgenommen, damit eine weitere Ausbreitung der Schadstoffe verhindert wird. Mit Eingrenzung der Schadstoffquelle wurden auch die Sanierungsmethoden festgelegt. Die zuständige Behörde und auch der Auftraggeber für diese Sanierungsarbeiten ist das Regierungspräsidium Darmstadt.

Die Hessische Industriemüll GmbH ist mit der Umsetzung der Sanierungsarbeiten beauftragt. Mitte Oktober wurden die Vorbereitungen für die thermische Sanierung des Schadensherdes abgeschlossen, das heißt, es wurden Bohrungen für die Heizelemente, Temperatursonden und Bodenluftmessstellen durchgeführt. Die Heizelemente und Temperatursonden sind eingebaut und die Anlagen für die thermische Sanierung sowie Bodenluftreinigung ist installiert. Ende Oktober wurden Testläufe durchgeführt und der eigentliche Anlagenbetrieb startet in diesen Tagen.

Kitas und Schulen: Aufgrund der rückläufigen Hortplätze wird die Kita Steinheim ihre Hortgruppen in altersgemischte Gruppen (drei bis zehn Jahre/zwölf Jahre) umstrukturieren. Zudem gibt es Gespräche mit einem freien Träger, um weitere bis zu 20 Kindergartenplätze anzubieten. Beide Maßnahmen würden zeitnah eine Versorgungsquote von 97 Prozent sicherstellen. In Steinheim betreuten zum 31. Dezember 2019 vier Familientagesbetreuungspersonen die Kinder im Alter bis zu drei Jahren.

Zum Stichtag 1. November 2019 besuchten 510 Schüler die Eppsteinschule. Die Geschwister-Scholl-Schule wurde zum Stichtag von 147 Schülern besucht. Die Theodor-Heuss-Schule von 248 Schülern.

Wohngruppe junger unbegleiteter Flüchtlinge: Im Jahr 2020 kamen bisher neun unbegleitete minderjährig Geflüchtete nach Hanau. Im christlichen Jugenddorf an der Schönbornstraße leben derzeit zwölf Jugendliche im Alter zwischen 15 bis 17 Jahren. Davon sind neun afghanischer Herkunft, zwei kommen aus Somalia, und ein Bewohner kommt aus Syrien. Ein Jugendlicher ist in Ausbildung zum Industriemechaniker; einer besucht das Gymnasium, einer die Berufsfachschule, sechs besuchen InteA-Klassen und drei Jugendliche sind noch nicht eingeschult, da sie sich erst seit Kurzem in Deutschland aufhalten.

Nach wie vor gibt es die Problematik der Ruhestörungen zur Ramadanzeit und im Sommer. Durch die Pandemie haben die Jugendlichen sich vermehrt in der Gruppe zu Hause aufgehalten, konnten wenig ausgehen und sind abends lange aufgeblieben. Hier haben sich Nachbarn gestört gefühlt. Nach den Sommerferien gab es, nach Informationen der Stadt, keine Probleme mehr. Im Albert-Schweitzer-Kinderdorf an der Ernststraße waren junge volljährige Geflüchtete untergebracht. Im Zeitraum Oktober 2019 bis Februar 2020 wohnten dort acht junge Männer im Alter zwischen 18 und 20 Jahren, davon waren vier afghanischer Herkunft, drei kamen aus Somalia und einer aus Pakistan. Insgesamt, so ist in der Magistratsmitteilung zu lesen, gab es im letzten Jahr viel Fluktuation.

Fünf der Bewohner sind in Ausbildung zum Maler/Lackierer, Zweiradmechaniker, Krankenpflegehelfer im Krankenhaus Gelnhausen und Parkettleger. Ein junger Mann hält sich mit Minijobs über Wasser, ein Bewohner besucht die Abendschule in Offenbach und ein Bewohner ist noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Die jungen Männer lösen ihre Konflikte mittlerweile gut selbst und konnten die Unterstützung der Betreuer gut annehmen.

Aufgrund der geringen Belegung wurde die Einrichtung im Februar 2020 geschlossen, alle Bewohner sind anderweitig untergekommen.

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