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Tennis-Cracks in Steinheim greifen sofort nach Platzöffnung zum Schläger

Verspäteter Saisonstart wegen Corona: Melanie Hummel und Ann-Cathrin Oefner schlagen auf den Tennisplätzen der Turnerschaft Steinheim die ersten Bälle. Foto: Hackendahl
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Verspäteter Saisonstart wegen Corona: Melanie Hummel und Ann-Cathrin Oefner schlagen auf den Tennisplätzen der Turnerschaft Steinheim die ersten Bälle.

Der langersehnte Tag für die Tennissportler auf den Steinheimer Freiluftplätzen war am Samstag gekommen.

Steinheim - Laut Landesverordnung fiel eine weitere Corona-Einschränkung: Kontaktfreier Freizeit- und Amateursport ist wieder möglich – damit auch das Tennisspielen. Auf den Plätzen der Turnerschaft Steinheim ging es denn auch prompt wieder los.

„Ab sofort ist das Tennisspielen mit bis zu vier Personen, also auch im Doppel, wieder möglich. Und Tennistraining mit vier Personen plus Trainer ist unter Abstandswahrung von 1,5 Meter erlaubt“, erläuterte Melanie Hoffmann vom Jugendteam der Turnerschaft. Kurz darauf wurden auf den Plätzen der Turnerschaft an der Darmstädter Straße und auch bei der DJK Eintracht am Rabenstein bereits die ersten Bälle geschlagen.

„Die vom Hessischen Tennisverband vorgegebenen Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen setzen wir natürlich um“, so Hofmann. Entsprechende Hygienehinweise wurden aufgehängt, Desinfektionsmittel steht am Zugang zur Tennisanlage bereit. „Wir haben sogar eine Corona-Beauftragte“, erläutert Hoffmann, die beruflich für den Hessischen Tennisverband (HTV) tätig ist. Weitere Auflagen: Bänke dürfen nur von einem Spieler benutzt werden und die Tennisbälle müssen mit den Dosen aufgesammelt werden.

Bei der Turnerschaft startet das Training für die 56 Kinder und Jugendlichen am 18. Mai – in Vierer-Gruppen. Umkleidekabinen sowie Dusch- und Waschräume bleiben geschlossen, ausgenommen Toiletten. „Wir haben unsere Tennisstunden auf 50 Minuten verkürzt, damit die Tennisanlage für nachfolgende Personen frei ist und Begegnungen vermieden werden“, so Hoffmann, die am Samstag die ersten Bälle mit Ann-Cathrin Oefner schlug. Die erste Vorbereitung auf die Medenrunde, die ab Mitte Juni starten soll. Hoffmann ging, als die Tennisanlagen geschlossen waren, zweimal die Woche walken. „Und wir haben zuhause eine Großbaustelle – so fit wie jetzt war ich noch nie“, schmunzelt sie. Ann-Cathrin Oefner ist das ganze Jahr über fit, auch beruflich bedingt. Die Physiotherapeutin joggt regelmäßig und macht täglich ein Bauch-Rücken-Workout-Programm.

„Ich freue mich, dass es endlich losgeht“, sagt auch Willi Heid, stellvertretender Tennis-Abteilungsleiter der DJK Eintracht zum wegen Corona um rund vier Wochen verzögerten Saisonstart. Heid ist Mitgründer der DJK-Tennisabteilung und kümmert sich seit 1974 um die sechs Sand- und einen Hartplatz. „Wir haben alles vorbereitet. Das Überholen und Aufbereiten der Plätze hat eine Fachfirma übernommen“, erläuterte Heid, der bedauert, dass zwar wieder Tennis gespielt werden kann, wegen der Corona-Beschränkungen das gesellige Zusammensein aber leiden werde.

Einen Tag später als Turnerschaft und DJK Eintracht startete die Steinheimer SVG-Tennisabteilung gestern in die Freiluftsaison. Trainer und Abteilungsleiter Evgeni Azov walzte am Samstag noch die neun Plätze auf der Anlage am Pfaffenbrunnen. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Wolfgang Powitz, wurden zudem die Netze aufgespannt. „Zuerst geben wir die vier vorderen Plätze frei“, kündigte Azov an. Derweil hängte Dagmar Lindner von der SVG-Geschäftsstelle Hinweisschilder auf die Hygiene- und Abstandsregeln auf. „Ich habe eben auch die Türgriffe entfernt“, berichtete sie. Zudem lobte sie, dass viele Tennisspieler auf die Rückerstattung des Geldes für gebuchte Stunden in der seit Mitte März geschlossenen Tennishalle verzichtet haben: „Ein tolles Zeichen gelebter Solidarität.“

VON HOLGER HACKENDAHL

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