Knöllchen zum Dessert

Weil es an Stellplätzen fehlt, parken viele Gäste des „Mainparks“ falsch

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Parken, wo es nicht erlaubt ist: Im Landschaftsschutzgebiet rund um das Ausflugslokal ist Parken verboten. Offenbar weil sich ein Anwohner regelmäßig beschwert, hagelt es dort Knöllchen. 

Lange wurde an dem Neubau gewerkelt, es gab immer wieder Verzögerungen. Aber seit das Restaurant „Mainpark“ direkt am Steinheimer Mainufer eröffnet wurde, läuft es prima. Eigentlich.

Steinheim – Doch der Erfolg des beliebten Ausflugslokals neben Bootsclub und Campingplatz, dessen Vorläufer als „Mainpark Nizza“ bekannt war, hat eine Kehrseite: Es gibt Parkplatzprobleme, die sich zuletzt hochgeschaukelt und zu Konflikten geführt haben.

Wenn der „Mainpark“ gut besucht ist, parken regelmäßig Autos von Gästen verbotswidrig im Landschaftsschutzgebiet. Reihenweise setzt es immer wieder „Knöllchen“ von der Stadtpolizei.

Für das Restaurant hatte die Stadt am Lokal zwölf Stellplätze gefordert. Die wurden auch geschaffen. „Mehr Stellplätze sind laut Stellplatzsatzung nicht erforderlich“, so die städtische Pressestelle auf Anfrage. Doch die reichen hinten und vorne nicht. Die Restaurant-Betreiberinnen Kata Garic und Martina Rivic bieten ihren Gästen im Lokal auf zwei Etagen immerhin jeweils 60 Sitzplätze. Und im Sommer ist das Restaurant, das zudem über zwei große Außenterrassen verfügt, noch stärker frequentiert als in den Wintermonaten.

Erhebliche Zahl an Falschparkern

Folge: Viele Falschparker. Das ruft regelmäßig einen Anwohner aus der nahen Mainsiedlung auf den Plan, der sich beschwert. Die Stadtpolizei muss anrücken. Laut deren Einsatzbericht ist die Zahl der Falschparker auf den Wiesenstreifen an der Zufahrt erheblich. Allein an einem Mittwochabend Anfang August wurden an der schmalen Straße im Landschaftsschutzgebiet zehn Falschparker aufgeschrieben, weitere elf am nahen Bootsclub. Einige Tage später waren es einmal zwei Dutzend, an folgenden Tagen mal sieben, mal 14 Autos.

Lieber Boote als Autos: Im Winter kann beim Ausflugspokal Mainpark auch auf der früheren Rollschuhbahn geparkt werden. Im Sommer vermietet der Besitzer die Fläche lieber als Dauerstellplätze für Bootstrailer.

Das hat nicht nur Unmut bei den Gästen des Lokals ausgelöst, sondern auch bei den Pächterinnen. „Es geht um unsere Existenz. Mehrfach sind Gäste, die ihr Auto umparken mussten, nicht mehr ins Lokal zurückgekehrt. Eine 50-köpfige Feiergesellschaft hat wegen drohender Strafzettel sogar gänzlich abgesagt“, berichtet Martina Rivic, eine der beiden Betreiberinnen des „Mainparks“. Und: „Es ist für uns purer Stress.“ Viele Gäste kämen mit dem Strafzettel zurück ins Restaurant und beschwerten sich. Rivic: „Im Moment ist alles sehr, sehr schwierig.“ Ihr Unmut richtet sich gegen den Anwohner, der sich regelmäßig beschwert. Allerdings: „Das Parken ist nur auf den Parkplätzen des Restaurants erlaubt, im Wohngebiet oder unter der Steinheimer Mainbrücke“, stellt die Stadt klar. Vom Parkplatz unter der Brücke sind es 400 Meter auf dem Mainuferweg bis zum Lokal. Das Parken im Landschaftsschutzgebiet ist jedenfalls verboten.

Parkplatz-Konflikt harrt einer Lösung

Die schwierige Situation am „Mainpark“ begann mit der diesjährigen Freiluftsaison, der ersten für das beliebte Lokal. „Im Winter können wir auf dem zum Lokal gehörenden Areal der ehemaligen Rollschuhbahn parken“, sagt Mitinhaberin Kata Gavric. Im Sommer aber nicht. „Da hat unser Vermieter den Platz an Bootsbesitzer vermietet.“

Der Hauseigentümer will darauf offenkundig nicht verzichten. Er will vielmehr eine Ausnahmegenehmigung fürs Parken im Landschaftsschutzgebiet. „Ein vier bis acht Meter breiter Wiesenstreifen gehört meiner Frau und zu unserem Campingplatz“, sagt Architekt Andrzej Zukiewicz, der den Neubau ab 2013 errichtet hat. Mehrfach habe er entsprechende Anträge an die Stadt gestellt. „Als Ausgleich für das Parken möchte ich auf dem Wiesenstreifen weitere Obstbäume pflanzen“, sagt er. Die Stadt hat dem freilich aus Landschaftsschutzgründen eine Absage erteilt. „Eine Genehmigung wurde nicht erteilt und kann nicht in Aussicht gestellt werden“, heißt es. Eine Fortsetzung des Parkplatz-Konflikts ist absehbar.

Was sonst noch in Steinheim passiert: Steinheimer Fischerzunft setzt Jungaale in den Main aus. Außerdem entsteht am Nord-Friedhof anstelle der Trauerhalle ein Pavillon.

VON HOLGER HACKENDAHL UND CHRISTIAN SPINDLER

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