„Ich bin unheimlich dankbar“

Dank Zeitungsartikel: Steinheimerin sammelt noch mal 6000 Euro Spendengelder für Flutopferfamilie

Marianne Lemmer hat einige der WhatsApp-Nachrichten, die sie mit der Flutopfer-Familie in Rheinland-Pfalz geschrieben hat, ausgedruckt.
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Marianne Lemmer hat einige der WhatsApp-Nachrichten, die sie mit der Flutopfer-Familie in Rheinland-Pfalz geschrieben hat, ausgedruckt.

Als unsere Zeitung Ende September die Steinheimerin Marianne Lemmer besuchte, hatte diese bereits fast 6000 Euro an Spendengeldern für eine Flutopfer-Familie aus Altenahr gesammelt – dank einer WhatsApp-Gruppe, die die 68-Jährige kurzerhand eingerichtet hatte, um auf das Schicksal von Jenny und Thomas, deren zweijährige Tochter und dem Baby aus Altenahr aufmerksam zu machen, die durch die Flutwelle ihr gesamtes Hab und Gut verloren (wir berichteten).

Hanau - „Durch Ihren Zeitungsbericht habe ich noch einmal so viel Geld überwiesen bekommen. 6105 Euro sind zusammen gekommen, die ich an die Familie weitergeben kann. Ein Riesendank dafür an alle Spender“, sagt Lemmer gestern bei unserem zweiten Besuch in Steinheim. Weiterhin ist sie im regelmäßigen Austausch mit der Familie in Altenahr, die in einem kleinen, gemieteten Haus untergekommen ist. „Sie müssen Miete zahlen, wenn auch nur wenig, müssen den Kredit für das zerstörte Haus bezahlen und sämtliche laufenden Kosten stemmen. Das Spendengeld, insgesamt sind es fast 12 000 Euro, können sie wirklich gut gebrauchen“, so die Steinheimerin. Deshalb habe sie sich sehr gefreut, als sie auf ihrem Konto nochmals einen derart hohen Zahlungseingang gesehen habe.

Einige der WhatsApp-Nachrichten, die sie mit der Familie austauscht, hat sich Lemmer ausgedruckt: „Oh mein Gott, das ist ja der Wahnsinn, unfassbar“, schrieb Mutter Jenny auf Lemmers Ankündigung, nochmals Geld überweisen zu können.

„Ich hätte nie, wirklich nie gedacht, dass ich so viel zusammen bekomme. 5000 Euro, das wäre schon viel, habe ich mir am Anfang gemeint“, sagt Lemmer, die ein ganz großes Dankeschön der Familie an alle Spender weitergeben möchte. So viele Menschen hätten kleine, aber auch größere Beträge gespendet. „Auch viele, die ich überhaupt nicht kenne. Vor allem bei ihnen möchte ich mich für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken.“

Diejenigen Spender, von denen Lemmer die Telefonnummern weiß, informiert die Steinheimerin regelmäßig in einer WhatsApp-Gruppe über die Familie, den aktuellen Spendenstand und sonstige Entwicklungen. „Die Spender sind dafür sehr dankbar“, sagt Lemmer. Sie selbst verfolgt das Geschehen vor Ort weiterhin sehr interessiert.

„Meine Cousine Bärbel ist weiterhin im Flutgebiet und hilft bei den Aufräumarbeiten. Wenn diese vielen ehrenamtlichen Helfer nicht wären, ich weiß nicht, wie weit man dort überhaupt kommen würde“, sagt sie.

Immer noch würden Helfer vor Ort gebraucht. „Jeder kann irgendetwas tun, man braucht keine Berufsausbildung um anzupacken“, so Lemmer. Sie schätzt es als sehr wichtig ein, dass Spendengelder direkt zu den betroffenen Menschen kommen. „Die großen Spendenaktionen gehen oft an Aktionsbündnisse, die dann weiterverteilen, das dauert gefühlt alles sehr lange.“

Die Familie, die Lemmer mit ihrer Aktion unterstützt, hofft, spätestens Weihnachten 2022 wieder im eigenen Haus feiern zu können. Ein zumindest kleiner Hoffnungsschimmer für Jenny, Thomas und die beiden Kinder.

Weitere Infos

Wer die Spendenaktion für die von der Flutkatastrophe betroffene Familie aus Altenahr von Marianne Lemmer unterstützen möchte, kann auf ihr Konto bei der IngDiba DE48 5001 0517 0298 6986 09 überweisen.

Von Kerstin Biehl

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