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Eng umschlungen im 5000 Jahre alten Steinzeit-Grab

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Von: Christian Spindler

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Bei den archäologischen Grabungen am Lützelberg stießen die Fachleute auf spektakuläre Funde.
Bei den archäologischen Grabungen am Lützelberg stießen die Fachleute auf spektakuläre Funde. © Hackendahl

Mittelbuchen - Das Baugebiet vor dem Lützelberg in Mittelbuchen sorgt für Schlagzeilen. Zunächst, weil es umstritten war wie kaum ein anderes in Hanau zuvor. Naturschützer und Anwohner wandten sich strikt dagegen.

Und jetzt sorgt das 33.300 Quadratmeter große Areal wegen eines spektakulären archäologischen Fundes für Aufsehen. Auch am Tag, nachdem bekannt wurde, dass am Lützelberg bei archäologischen Untersuchungen Grabstätten entdeckt wurden, die aus der Jungsteinzeit im 3. Jahrtausend vor Christus stammen, sind die Funde weiter Thema. In einer Pressemitteilung unterstreicht Wolfgang Ries, Vorstand der Hanauer Bien-Ries AG, die auf dem Grundstück ihr Wohnkonzept „Landgut“ realisiert, die Bedeutung der Ausgrabungen. „Unsere hessische Kulturlandschaft ist geprägt von vorchristlichen Siedlungen, wie den Keltenfürsten in Glauberg. Die Bewahrung und Sicherung dieser einmaligen Schätze liegt mir sehr am Herzen.“ Für sein Unternehmen sei es „von großer Bedeutung, dass die Entwicklung von dem in unserer Region dringend benötigten Wohnraum und der Schutz von Natur und Kultur gleichberechtigt nebeneinander bestehen.“

Rund 5000 Jahre alt sind die Skelette aus der Jungsteinzeit, die mittlerweile sichergestellt wurden.
Rund 5000 Jahre alt sind die Skelette aus der Jungsteinzeit, die mittlerweile sichergestellt wurden. © Bien-Ries

Verzögerungen des Bauablaufs durch die archäologischen Funde seien nicht zu erwarten, heißt es in dem Pressetext. Voraussichtlich in einem Jahr sollen die ersten Eigentümer der geplanten 122 Wohnungen und Häuser am Lützelberg ihr neues Zuhause beziehen können. Zu den Wohneinheiten gehören 33 Eigentumswohnungen, 81 Reihen- und Doppelhäuser sowie acht freistehende Einfamilienhäuser. Die archäologischen Grabnungen am Lützelberg sind mittlerweile beendet und die Funde nach Informationen unserer Zeitung bei der Firma in Münzenberg gesichert, die die Grabungen durchgeführt hat und auf die archäologische Betreuung bei Bauprojekten spezialisiert ist. Sabine Küppers von der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Hanau sagt, dass die „außergewöhnlichen Funde eingehend untersucht werden müssen“. Mittlerweile gibt es angeblich auch schon erste Überlegungen, wo und wie die 5000 Jahre alten Skelette ausgestellt werden, soweit das der Zustand der Knochen aus der Jungsteinzeit überhaupt zulässt. Die Stadt Hanau könne sich gut vorstellen, die Funde künftig zu präsentieren. Entscheidungen sollen gemeinsam mit Hessen-Archäologie getroffen werden.

Wie ausführlich berichtet, ist der spektakulärsten Fund vom Lützelberg ein Grab mit sechs Personen: Eine junge Frau und ein junger Mann, die eng umschlungen und scheinbar küssend bestattet wurden, eine Frau mit je einem Kleinkind auf der Brust und dem Rücken, sowie zwei weitere Personen. Alle diese Menschen wurden wohl zeitgleich in einer gemeinsamen Grabgrube beigesetzt. Derzeit wird geprüft, ob eine DNA-Untersuchung möglich ist. Neben Archäologen waren eine Anthropologin und eine Restauratorin an den Grabungen beteiligt. Die Untersuchungen sollen im kommenden Jahr fortgesetzt werden. (cs.)

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