Kranz zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Stolpersteine auch für Klein-Auheim angeregt

+
Am Friedensdenkmal gedachten gestern nachmittag Mitglieder des „Runden Tischs“ den aus Steinheim stammenden Opfern der Nationalsozialisten.

Hanau - Am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus hielten Mitglieder des „Steinheimer runden Tisches“ mit einer Kranzniederlegung und der Verlesung von Texten auf dem „Platz des Friedens“ die Erinnerung an die aus Steinheim stammenden Opfer des Nazi-Regimes wach. Von Dirk Iding 

Ein private Initiative des Gedenkens startete auch die Klein-Auheimerin Angelika Gminder. Seit Jahren hat sich der runde Tisch in Steinheim, eine Initiative von Bürgern, den drei Steinheimer Kirchengemeinden sowie des Heimat- und Geschichtsvereins das Erinnern und Gedenken im Alltag an die Steinheimer Opfer des Nationalsozialismus zum Ziel gesetzt. Ein Projekt, das vom Runden Tisch angestoßen wurde, wünscht sich Angelika Gminder nun auch für Klein-Auheim, nämlich die Verlegung von so genannten Stolpersteinen, die an die ehemals jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger erinnern, die während der NS-Zeit fliehen mussten oder gar deportiert und in den Tod geschickt wurden.

Aus Gminders Sicht wären Stolpersteine, wie sie in Steinheim erstmals im Jahr 2011 verlegt wurden, nachdem über das Projekt, das auf eine Initiative des Künstlers Gunter Demnig zurückgeht, zuvor fast fünf Jahre lang kontrovers diskutiert worden war, auch für Klein-Auheim wünschenswert. „Schließlich gab es früher enge Verbindungen zwischen den Klein-Auheimer und Steinheimer Juden, die eine Gemeinde bildeten und gemeinsam die Steinheimer Synagoge besuchten“, meint Gminder. Da Zeitzeugen immer weniger würden, werde es zunehmend wichtig, die Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse von damals auf andere Weise wachzuhalten. „Gerade heute“, findet Gminder mit Blick auf das Wiedererstarken rechtsradikaler und nationalistischer Kräfte.

Vor vier, ehemals von Juden bewohnten Häusern in Klein-Auheim legte Gminder gestern als Anstoß für ihre Initiative Rosen und „ausgedruckte“ Stolpersteine mit den Namen und bekannten Daten der ehemaligen Mitbürger nieder. Angelika Gminder hofft, dass sie bei anderen Klein-Auheimer Mitbürgerinnen und Mitbürgern Unterstützung für ihr Anliegen findet und dass mittelfristig „richtige“ Stolpersteine die Erinnerung an die aus Klein-Auheim stammenden jüdischen Opfer des Nationalsozialismus wachhalten. Interessierte können sich an Angelika Gminder, Im Mühlfeld 4, 63456 Hanau, wenden. Sie ist allerdings nur persönlich oder postalisch erreichbar.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare