Tiere im Gnadengarten

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Gut besucht war die 8. Hanauer Filmnacht in der Kesselstädter Reinhardskirche, wo die Videofilmer unter Leitung von Frieder Mallon (rechts) ihre neuesten Arbeiten einem breiten Publikum präsentierten.

Hanau ‐ Bilder, Szenen und Erlebnisse, sie verblassen oft in der Erinnerung, verschwimmen oder geraten ganz in Vergessenheit. Von Dieter Kögel

Nicht so bei den Videofilmern Hanau, die am Samstag zur 8. Filmnacht in die Kesselstädter Reinhardskirche eingeladen hatten und insgesamt 14 Filme der aktiven Filmer aus der 34 Mitglieder umfassenden Vereinsgemeinde zeigten. Da durften die Gäste im vollen Saal mit der Transsibirischen Eisenbahn fahren oder im Zeppelin über den Bodensee schweben. Filme zwischen einer und 31 Minuten konnten man genießen: Dokumentarisches, kleine Reportagen oder spielfilmhafte Kurzgeschichten sorgten für zwei kurzweilige Stunden.

Dabei muss es beileibe nicht immer die große weite Welt sein, die Futter für den Speicherstick in der digitalen Videokamera liefert. Auch vor der Haustür gibt es genügend festzuhalten. Bereits der erste Film entstand im vergangenen Jahr im Amphitheater. Gleich drei Kameraleute der Hanauer Videofilmer setzten den Auftritt der Großauheimer Band „Banjoory“ in Szene, die mit ihrem hessischen Begrüßungssong „Ei Gude“ nicht nur damals die Fans der Reggae-Gruppe „Gentleman“ auf ihrer „Diversity“ Tour begrüßten, sondern am Samstag auch die Besucher der 8. Filmnacht in der Reinhardskirche.

Reportagen über den Hanauer „Gnadengarten,“ in dem Tiere ihren Lebensabend verbringen dürfen, oder ein Imagefilm über die Arbeit der Hanauer Feuerwehr waren weitere Streifen, die innerhalb Hanaus Mauern spielten.

Wechselnde Kameraeinstellungen

Mehr fliegende als fahrende Motorräder beim Motocross Hessencup in Wächtersbach-Aufenau und der Aufmarsch der imposantesten Bärte bei der Bart-Weltmeisterschaft 2009 in Gründau-Lieblos waren ebenso Blicke über die Stadtgrenze hinaus wie die bezaubernden und stillen Impressionen von der Landesgartenschau 2010 in Bad Nauheim oder der Blick in eine Gederner Seifenmanufaktur.

Dabei liegt das Geheimnis der Arbeiten der Hanauer Videofilmer nicht so sehr in der Themenwahl, als vielmehr in der Bearbeitung des gesammelten Materials und dessen Aufbereitung. Die Dramaturgie stimmt, wechselnde Kameraeinstellungen sorgen für immer wieder neue Blickwinkel, gut gesetzte Kommentierungen oder musikalische Untermalungen nehmen den Zuschauer mit auf die jeweiligen Reisen der Filmautoren - ob vor der Haustür oder draußen in der großen weiten Welt.

Ein Geheimnis machen die Videofilmer keineswegs aus ihrer Arbeit. Jeder Interessierte ist eingeladen, bei den 14-tägigen Treffen immer mittwochs in der Kesselstädter Clausiusstraße 38 (Kontakt unter 06181/259257 oder per Internet reinzuschauen. Neben dem Erfahrungsaustausch gibt es dort Tipps für Neueinsteiger in das Metier, Hilfen beim Erstellen aller Arten von Filmvorhaben, technische Unterstützung bei allen gängigen Schnittprogrammen und wertvolle Tipps für bessere Bilder.

Eine Auswahl der Arbeiten flimmern einmal jährlich auch in der Reinhardskirche vor einer großen Öffentlichkeit über die Leinwand. Nun schon zum 8. Mal. „Da kann man schon von einer guten Hanauer Tradition sprechen,“ so OB Claus Kaminsky bei einem Besuch der Filmnacht.

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