August-Gaul-Denkmal auf dem Rochusplatz installiert

Tierisches Rondell

Millimeterarbeit war gestern auf dem neuen Rochusplatz gefragt, um die tonnenschweren Betonteile des August-Gaul-Denkmals in die richtige Position zu bugsieren. Fotos: KÖGEL

Großauheim – Er soll „zu einem gestalterisch herausgehobenen Ortsmittelpunkt“, werden, sagte Stadtrat Thomas Morlock (FDP) über den neuen Rochusplatz. Seit Februar wird der prominenteste Platz im Stadtteil mit Millionenaufwand umgebaut. Nun ist das Projekt auf der Zielgeraden. VON DIETER KÖGEL UND CHRISTIAN SPINDLER

Am Sonntag, 20. Oktober, findet die Einweihung statt – zwei Tage früher als bisher geplant.

Gestern wurde das mit Spannung erwartete August-Gaul-Denkmal installiert. Mit einem Kran wurden die beiden acht und sechs Tonnen schweren Halbkreise aus gegossenem Beton vom Transporter gehoben und in ihre künftige Position gebracht.

Der Aachener Bildhauer Matthias Kohn, dessen Entwurf im Zuge eines Wettbewerbs den Zuschlag bekam, war vor Ort, um das Team der Firma „Villa Rocka“ aus Viernheim bei der Arbeit zu unterstützen. Dort sind, so Kohn, die beiden Betonteile gegossen, auf denen Tier-Reliefs zu sehen sind. Ausgangspunkt für die jetzigen Formen mit den eingelassenen Tierreliefs sei eine Positivform gewesen. Durch den Guss haben sich dann allerdings die Tierfiguren in ein Negativ verwandelt. Eine Transformation der Gaulschen Tierplastiken also, wie es Kohn ausdrückt. Löwin, Pinguin, Ente und Katze sollen auf der als Sitzgelegenheit konzipierten Arbeit künftig zum Dialog anregen.

Das künstlerisch gestaltete Sitz-Rondell soll an August Gaul erinnern, den berühmtesten Sohn Großauheims. Der renommierte Tierbildhauer wäre am 22. Oktober 150 Jahre alt geworden.

In das Denkmal ist ein QR-Code eingelassen, erläuterte Kohn gestern. Er weist dem Smartphone-Besitzer den Weg zur Ausstellung der Arbeiten von August Gaul im Großauheimer Museum. So soll das Denkmal zur Kunst führen.

Millimeterarbeit war bei der Aufstellung der beiden Betonringe gefragt. Denn schließlich musste auch das Gefälle des Platzes einberechnet werden. Mit Dübeln und Beton wurden die beiden Teile in ihren vorgefertigten Halterungen verankert.

In den kommenden Tagen wird beigepflastert. Jörg Herchenröder vom Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) ist sicher, dass diese Arbeiten bis zur Einweihung am 20. Oktober abgeschlossen sein werden.

Die Umgestaltung des Rochusplatzes kostet insgesamt 1,3 Millionen Euro. Zu den umfangreichen Arbeiten gehörte auch die Erneuerung von Versorgungsleitungen. Zuletzt waren 1400 Quadratmeter Fläche gepflastert worden, 14 neue Bäume wurden gepflanzt sowie moderne Straßenleuchten, das restaurierte Uhrentürmchen und das Rochuskreuz wieder aufgestellt (wir berichteten). Ursprünglich waren die Umbaukosten auf 900 000 Euro beziffert worden. Gestiegene Baukosten, zusätzliche Leitungen, aber auch der unerwartete Fund eines Betonlöschteichs aus dem Zweiten Weltkrieg trieben die Kosten in die Höhe.

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