Blumen und Gestecke einfach abgeräumt

Trauerstelle für toten Obdachlosen verschwunden

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Nur wenige Stunden erinnerten Blumen und Kerzen in der Fahrstraße an den verstorbenen Obdachlosen Armin. Dann war die Trauerstelle plötzlich verschwunden.

Hanau - Der Tod des Obdachlosen Armin mitten in der Hanauer Innenstadt hat viele Menschen in der Brüder-Grimm-Stadt berührt.

Doch das hielt Unbekannte offenbar nicht davon ab, Blumen, kleine Gestecke und Kerzen, die zum Andenken an den 46-Jährigen in der Fahrstraße an der Stelle aufgestellt worden waren, an der er verstorben war, binnen weniger Stunden abzuräumen.

Sabine Assmann, Vorsitzende des Vereins Straßenengel e. V., der sich auch in Hanau um Obdachlose kümmert, hatte in Absprache mit dem Hanauer Ordnungsamt die kleine Trauerstelle am vergangenen Samstag in der Fahrstraße eingerichtet. Mit Zustimmung der Ordnungsbehörde war geplant, dass die Gebinde am Wochenende wieder weggeräumt werden.

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Doch bereits am vergangenen Sonntag, der in Hanau verkaufsoffenen war, war die Trauerstelle schon wieder verschwunden. „In der Zeit von Samstag nachmittag bis Sonntag früh muss irgendjemand alles weggeräumt und entsorgt haben. Es ist weder eine Kerze noch eine Blume dort zu finden“, ist die Vorsitzende des Vereins Straßenengel verärgert.

Bei der Stadt, so erklärte Assmann gestern, habe man ihr glaubhaft versichert, dass von dort niemand das Wegräumen der Trauerstelle veranlasst habe. Beim Verein sei die Empörung über dieses Maß an Pietätlosigkeit sehr groß. (did)

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