SV 1910 Germania Steinheim

Stadt verfügt Trainingsverbot für Fußballer

Steinheim - Der Sportverein 1910 Germania Steinheim darf seit einigen Tagen sein Trainingsgelände „Am Pfaffenbrunnen“ nur noch eingeschränkt nutzen. Weil ein Nachbar sich am Lärm der Kicker störte, intervenierte er bei der Stadt Hanau. Von Dirk Iding

Mit Erfolg: Eine bis dato vor allem für die Jugendmannschaften als Trainingsplatz genutzte Rasenfläche darf nun nicht mehr bespielt werden. Der Unmut bei den Fußballern ist groß.

Vor gut fünf Jahren wurde an der Otto-Hahn-Straße das neue Sportgelände des SV Steinheim, der zwischenzeitlich mit der Germania Steinheim fusionierte, eingeweiht. 2,7 Millionen Euro hatte die Stadt Hanau darin investiert. Im Zuge des Baus der neuen Sportanlage wurden auch die Spiel- und Trainingsplätze neu geordnet, zur benachbarten Wohnbebauung wurde eigens ein Lärmschutzwall aufgeschüttet. Unmittelbar hinter dem neuen Kabinentrakt entstand so eine Rasenfläche, die für den Trainingsbetrieb insbesondere mit den Mannschaften der jüngeren Jahrgänge eigentlich ideal geeignet ist. Auch ein Ballfangzaun wurde auf der Rasenfläche montiert.

Mehrfach über Lärm beschwert

Für die Verantwortlichen des SV 1910 Germania Steinheim stand daher selbstverständlich fest, dass auf dem Rasen natürlich auch Training erlaubt sein müsse. Bis vergangene Woche...

Da erreichte den Verein die überraschende Verfügung der Stadt Hanau, dass der Rasen bis auf weiteres nicht mehr als Trainingsplatz genutzt werden darf. Ein Nachbar, der seit Jahrzehnten unmittelbar neben dem Sportgelände wohnt und sich dem Vernehmen nach schon mehrfach bei der Stadt über von dem Fußballplatz ausgehenden Lärm beklagt hatte, will es nicht länger dulden, dass auf dem Rasen Fußball gespielt wird. Und der Mann ist offenbar - zumindest formal - im Recht. Denn im Bebauungsplan für das neue Sportgelände ist die Fläche merkwürdigerweise ausdrücklich als „Grünfläche“ ausgewiesen. Die Stadt Hanau sah deshalb zunächst auch keine andere Möglichkeit als dort ein Trainingsverbot zu verhängen - und stellt damit die Fußballabteilung des SV 1919 Germania vor größere Probleme.

„Rasenfläche eine ideale Ausweichmöglichkeit“

 „Bei derzeit elf Jugendmannschaften, drei Aktiven-Mannschaften und einem Soma-Team sind wir auf diese Fläche angewiesen,“ meint Jugendleiter Jörg Rudolph. Etwa am heutigen Mittwoch, wenn die beiden großen Plätze wegen nachzuholender Meisterschaftsspiele fürs Training nicht zu nutzen sind. „An solchen Tagen ist für uns die Rasenfläche eine ideale Ausweichmöglichkeit fürs Jugendtraining“, so Rudolph.

In Reihen des SVG ist dementsprechend der Frust groß über das Verhalten des Nachbarn. Die Stadt hofft, noch vermittelnd eingreifen zu können. Nach Angaben von Stadtsprecher Joachim Haas-Feldmann will man sich um ein Gespräch an einem runden Tisch bemühen, an dem neben dem Nachbarn Vertreter der Vereinsspitze, der Fachstelle Sport und des städtischen Eigenbetriebs Immobilien- und Baumanagement teilnehmen sollten. „Wir wünschen uns sehr, dass es doch noch zu einer einvernehmlichen Lösung kommt“, so Haas-Feldmann.

Und wenn nicht? Dann wird es beim Trainingsverbot auf der Rasenfläche bleiben. Der Ballfangzaun, so ist zu hören, soll jedenfalls schon mal entfernt werden.

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