Gute Geschäfte in Hanau

Trotz Negativzins: Verbraucher nicht belastet

Hanau - Die Negativzinsen, die die Europäische Zentralbank von Geldhäusern verlangt, werden wohl nicht an die Kunden der Commerzbank weitergegeben. Das betreffe zumindest die Privat- und Geschäftskunden, sagte Sabine Wagner gestern in Hanau. Von Marc Kuhn 

Die 1979 in Offenbach geborene Bankbetriebswirtin leitet seit Anfang März die Filiale in der Herrnstraße. Die Commerzbank hat noch zwei weitere Niederlassungen in Hanau, die einst zum Bereich Offenbach gehörten, seit der Umstrukturierung des Instituts aber zur Niederlassung Bad Homburg gezählt werden. Unternehmern würde geraten, ihre Sichteinlagen wegen den negativen Zinsen beispielsweise in Termingelder umzuwandeln, erklärte Stefan Nodewald, Leiter der Niederlassung Bad Homburg der Mittelstandsbank, zu der der Standort Hanau seit neustem gehört. Ab einem bestimmten Betrag müssten sie aber den Negativzins zahlen. Die Mittelstandsbank der Commerzbank betreut Firmen ab einem Jahresumsatz von 2,5 Millionen Euro.

Mit dem Geschäftsverlauf 2015 bei den Privat- und Geschäftskunden in den drei Filialen zeigte sich die Commerzbank zufrieden. „Wir sind klar auf Wachstumskurs in Hanau“, berichtete Wagner. Die Niederlassungen hätten im vergangenen Jahr 550 Kunden gewonnen. „Insgesamt betreuen wir in Hanau 20 340 Privat- und Geschäftskunden“, erläuterte Wagner. Das Anlagevolumen sei um fünf Prozent auf mehr als 278 Millionen Euro gestiegen. Das Neugeschäft bei den Konsumentenkrediten kletterte um 39 Prozent auf 4,2 Millionen Euro. Auch das Eigentum stand 2015 hoch im Kurs. „Wir haben Immobilien im Wert von über 16,7 Millionen Euro finanziert“, sagte Wagner. Zuversichtlich zeigte sie sich für 2016. „Wir wollen wachsen, auch in Hanau.“

Bei der Mittelstandsbank stieg die Zahl der Firmenkunden um 95, etwa 600 wurden an den Standorten Hanau und Fulda gezählt, ebenso viele in Bad Homburg, wie Nodewald erklärte. Das Kreditvolumen sei um sechs Prozent auf rund 530 Millionen Euro gestiegen. Allerdings halten sich die Unternehmen bei den Investitionen zurück. Meist würden nur Ersatzinvestitionen getätigt. Es gebe wenige Firmen, die in die Zukunft investieren würden, berichtete Nodewald. „Wir würden uns deutlich mehr Kreditnachfrage wünschen.“

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