Turner ebneten mit den Weg zur Demokratie

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Das grobe Konzept steht schon: Kurator Dr. Torben Giese bereitet die Jubiläumsausstellung der Turngemeinde Hanau in der Orangerie von Schloss Philippsruhe vor.

Hanau ‐ Noch sind es nur Handskizzen, die über die Ausstellung anlässlich des 175-jährigen Bestehens der Turngemeinde Hanau im kommenden Jahr Aufschluss geben. Und noch ist die Orangerie hinter dem Schloss Philippsruhe leer, in der etwa ab Mai 2012 die Vereinsgeschichte und damit auch ein Stück deutsche Demokratiegeschichte sinnfällig präsentiert werden soll. Von Dieter Kögel

Kurator Dr. Torben Giese, selbst aktives TGH-Mitglied und Historiker, gerät angesichts der 1000 Quadratmeter Ausstellungsfläche und der Möglichkeiten, die sie bieten, ins Schwärmen. Nicht alleine wegen der räumlichen Verhältnisse, sondern auch wegen der Zusammenarbeit mit dem international renommierten Ausstellungsgestalter, Architekten und Künstler Hans Dieter Schaal, der schon konkrete Gedanken für die Umsetzung entwickelt hat.

Keinesfalls zu textlastig, soll die Ausstellung werden. Vielmehr erfahrbar, erlebbar, nachvollziehbar soll dargestellt werden, wie der Weg zur Demokratie auch durch das Engagement der Turner geebnet wurde. Denn dass Turner für grundlegende gesellschaftliche Veränderungen „in den Krieg ziehen,“ ist für den Kurator ein unglaubliches Phänomen. Die Ausstellungsbesucher sollen die Zusammenhänge zwischen der von Hanau ausgehenden Turnerbewegung und dem Kampf um Einheit und Demokratie nachvollziehen können. Denn die eigene Positionierung in der Gegenwart und eine vernünftige Weichenstellung für die Zukunft sei nur möglich, wenn man sich der eigenen Geschichte bewusst sei, meint Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky, der die Unterstützung der Stadt bei diesem bedeutenden Jubiläum zusicherte. Neben dem Material aus dem Vereinsarchiv stehen auch Exponate aus den Sammlungen des Hanauer Geschichtsvereins zur Verfügung, betonte dessen Vorsitzender Martin Hoppe.

Etwa drei Monate lang soll die Ausstellung in der Orangerie präsentiert werden. Margret Härtel, Präsidentin des Fördervereins 175 Jahre TGH, setzt auch auf die Wechselwirkung der Ausstellung mit den Märchenfestspielen im Amphitheater und hält nicht zuletzt deshalb über 50.000 Besucher für realistisch. Insbesondere auch Schulen sollen sich von dem Angebot angesprochen fühlen. Landrat a.D. Karl Eyerkaufer ist bereits im Gespräch mit dem Schulamt, um für das kommende Schuljahr entsprechende Unterrichtseinheiten zu etablieren. Schon im Februar sollen die Pläne zum Thema Turnerbewegung und Demokratie Gestalt angenommen haben, um Eingang in den Schulalltag zu finden.

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