Aus dem Gericht

Überraschende Wende: Prozess um Mord an Adoptivvater könnte neu verhandelt werden

Andreas M. bekommt Handschellen angelegt.
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In Handschellen abgeführt: Andreas M. ist für den bestialischen Mord an seinem Adoptivvater vom Hanauer Schwurgericht zur Höchststrafe verurteilt worden. Nun reichte seine Verteidigerin einen Revisionsantrag ein.

Nachdem Andreas M. wegen des Mordes an seinem Adoptivvater verurteilt wurde, könnte der Prozess nun neu verhandelt werden. Grund hierfür ist ein Antrag seiner Verteidigerin.

Hanau – Der als Mörder verurteilte Andreas M. hat Revision gegen das Urteil des Schwurgerichts Hanau eingelegt. Das hat das Landgericht Hanau am Dienstag auf Anfrage erklärt. Der Revisionsantrag der Verteidigerin sei fristgerecht eingegangen.

Der 36-jährige M, ist vor einer Woche wegen des Kapitalverbrechens an seinem 71-jährigen Stiefvater schuldig gesprochen worden. Die Schwurgerichtskammer unter dem Vorsitz von Landgerichtspräsidentin Susanne Wetzel hatte M. deshalb zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt und zudem die besondere Schwere der Schuld festgestellt – eines der höchsten Strafmaße. Demnach erhält M. nach 15 Jahren Gefängnis zunächst keine Aussicht auf eine Freilassung. Dies hatte Staatsanwältin Lisa Pohlmann in ihrem Plädoyer beantragt.

Schwurgericht sah zwei Merkmale des Mordes bei der Tat als erfüllt

Strafverteidigerin Andrea Sawa hatte dagegen eine Verurteilung ihres Mandanten wegen Totschlags gefordert. M. hatte die brutale Tat während der Verhandlung umfassend gestanden und weder Mitleid noch Reue gezeigt. Die Kammer sah in ihrer Urteilsbegründung gleich zwei Mordmerkmale – Heimtücke sowie den niedrigen Beweggrund des Hasses – als Grundlage für ihre Entscheidung.

Nach Prüfung der schriftlichen Urteilsbegründung des Gerichts kann die Verteidigung eine Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe beantragen. thb

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