Schriftzug aus 2400 Teelichtern

Kleine Überraschungs-Zeremonie im Schlosshof zum Steinheim-Jubiläum

Das Emblem des Schlossturms krönt den Jubiläums-Schriftzug.
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Das Emblem des Schlossturms krönt den Jubiläums-Schriftzug. Fotos: Hackendahl

Ganz ohne Zeremonien und Feuer sollte er doch nicht vorübergehen, der „Steinheimer Nationalfeiertag“. Mit einer Teelichter-Aktion überraschte die Interessengemeinschaft Steinheimer Vereine (IgSV) am Dienstagabend im Schlosshof.

Steinheim - Am Vorabend des Johannistags hätte dort eigentlich das Altstadtfest als Abschluss des Jubiläumswochenendes „700 Jahre Stadtrechte Steinheim“ über die Bühne gehen sollen.

„Ich hatte vor einem Monat die Idee“, berichtet Edelgard Rath-Voigt, Vorsitzende der IgSV und des Jubiläumsausschusses. „Der Johannisfeuerabend ist ja für uns Steinheimer etwas ganz Besonderes, und ganz ohne Feuer es geht nicht.“ So hatte sie sich eine Teelichter-Aktion ausgedacht, diese auch wegen der Corona-Abstandsregeln geheimgehalten und mit den weiteren 15 Mitgliedern aus dem Jubiläumsausschuss umgesetzt.

Edelgard Rath-Voigt (links) und ihre Mitstreiter zünden die Teelichter an.

Eineinhalb Stunden dauerte es am Dienstagabend, mit Maßband und Wasserwaage den Schriftzug mit Miniatur-Schlossturm in Form zu stellen. Mit dem Glockenschlag des Alten Pfarrkirchturms um 21 Uhr begannen die Mitglieder, bereits historisch gewandet, die bis zu 2400 aufgestellten Lichter zu entzünden. Mit geistlichem Beistand: auch die Pfarrer Heike Zick-Kuchinke und Lukasz Szafera entzündeten Docht um Docht.

Leichter Wind machte den Akteuren zu schaffen, ein ums andere Mal mussten ausgelöschte Teelichter wieder angezündet werden. Mit Unterstützung der Steinheimer Feuerwehr, die aus ihrem Feuerwehrhaus eigens Fackeln herbeiholte, gelang es schließlich, den im Burgfried unter der Platane ausgelegten Jubiläumsschriftzug zu illuminieren.

Etwa 2400 Teelichter wurden am Johannisfeuer-Abend im Steinheimer Schlosshof entzündet. Die Feuerwehr kam mit Fackeln zu Hilfe, weil der Wind die Kerzenflammen immer wieder löschte.

Kurz vor 22 Uhr – zum Johannisläuten der Kirchenglocken – wurde es feierlich. „Das ist eine sehr schöne Veranstaltung, natürlich mit viel Wehmut im Hinblick auf die ausgefallenen Termine im Steinheimer Jubiläumsjahr“, sagte Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky und sprach von einem „annus horribilis“, einem schrecklichen Jahr in Deutschland und in Hanau.

Sechs Jahre hatten die Verantwortlichen auf die Jubiläumsfeierlichkeiten hingearbeitet. Der Hanauer Rathauschef versprach, man werde versuchen, nächstes Jahr die ausgefallenen Termine nachzuholen.

Maßgeblich am Steinheim-Jubiläum mitgearbeitet hatte Martin Hoppe, Fachbereichsleiter Kultur bei der Hanauer Stadtverwaltung. Aus den Händen von Edelgard Rath-Voigt erhielt er am Dienstagabend ebenso wie der Oberbürgermeister die eigens für das Jubiläum aufgelegte Briefmarken-Sonderausgabe. Zum Abschluss wurde mit einem Gläschen Jubiläumssekt angestoßen.

Von Holger Hackendahl

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