Online-Fragebogen wird rege genutzt

Umfrage zum Sicherheitsgefühl

Hanau - Wie sicher fühlen Sie sich in Hanau? Gibt es bestimmte Orte in der Stadt, an denen Sie sich nicht sicher fühlen? Sind Sie in den letzten fünf Jahren Opfer einer Straftat geworden? Diese und weitere Fragen sind Bestandteil eines Onlinefragebogens, mit dem die Polizei erfahren möchte, wie es um das Sicherheitsempfinden der Hanauer Bürger bestellt ist. Von Sebastian Schilling

Der Fragebogen ist umfangreich und geht auch auf Details ein, etwa ob schlecht beleuchtete Wege oder heruntergekommene Gebäude das Sicherheitsgefühl beeinträchtigen. „Wir sind überrascht und erfreut, wie viele Bürger an der Umfrage teilnehmen“, sagt Rudi Neu, Sprecher des Polizeipräsidiums Südosthessen. Ausgewertet werden die Fragebögen von Forschern der Uni Gießen. Aufgrund der hohen Zahl an Teilnehmern gehen sie davon aus, dass das Ergebnis repräsentativ sein wird, sagt Neu. Ob sich aus den bisher ausgewerteten Fragebögen schon eine Tendenz ablesen lässt, möchte Neu nicht sagen. Die Ergebnisse der Auswertungen erwartet der Polizeisprecher Anfang Juni. Wie aus Polizeikreisen zu erfahren ist, deuten ersten Auswertungen aber darauf hin, dass die Umfrage bestätigt, was in den letzten Monaten schon diskutiert wurde: Das Sicherheitsempfinden der Hanauer Bürger ist schlechter, als es durch die tatsächliche Sicherheitslage gerechtfertigt ist.

Kein Wunder, denn das Sicherheitsgefühl der Hanauer wurde in den letzten zwei Jahren stark strapaziert. Gruppenschlägereien, Messerstechereien und zuletzt eine Vergewaltigung am helllichten Tage – viele Hanauer fühlen sich in ihrer Stadt nicht mehr sicher. Das weiß auch die Polizei, die zwar darauf verweist, dass sich die Sicherheitslage nicht verschlechtert habe. Doch sie weiß auch, dass sich das subjektive Empfinden der Bürger eher von spektakulären Fällen als durch nüchterne Statistik beeindrucken lässt. Aber auch die Statistik bietet kein ganz eindeutiges Bild. Denn während die Gesamtzahl der Straftaten rückläufig ist, ist die Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen gestiegen – wenn auch nur leicht.

Um den Bürgern ein besseres Gefühl von Sicherheit zu geben, hat die Stadt Hanau zusammen mit der Polizei einige Maßnahmen ergriffen. So sollen etwa die gut sichtbaren Videokameras an Freiheitsplatz und Marktplatz einerseits potenzielle Straftäter abschrecken, andererseits aber auch bei der Aufklärung von Straftaten helfen. Auch die neue Stadtwache am Marktplatz soll den Bürgern eine Anlaufstelle bieten und signalisieren, dass die Polizei vor Ort ist.

Polizeibeamte müssen belastbar sein

Das alles ist Teil eines Programms namens Kompass, eine Abkürzung für KOMmunalProgrAmm SicherheitsSiegel“. In vier Modellregionen soll das Programm ausloten, wie mit Präventionsmaßnahmen – auch unter Beteiligung der Bürger – die gefühlte und tatsächliche Sicherheit verbessert werden kann. Die vier Modellregionen sind Hanau, Maintal, Bad Homburg und Schwalbach. Sollte sich das Programm als erfolgreich erweisen, könnte es auf Kommunen in ganz Hessen ausgeweitet werden. An der Umfrage können noch bis zum 31. März alle Bürgerinnen und Bürger Hanaus teilnehmen. Den Link zur Umfrage findet man unter www.hanau.de direkt auf der Startseite unter dem Kompass-Logo.

Rubriklistenbild: © dpa

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