„Energieträger der Zukunft“

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16 Schülerinnen und Schüler aus 16 hessischen Schulen präsentierten bei Umicore in Hanau ihre Forschungsergebnisse zum Thema Brennstoffzellen-Technologie.

Hanau  -Sie sind jung und sie sind hochtalentiert. 16 Schülerinnen und Schüler aus 16 hessischen Schulen, die sich im Rahmen des 17. Erfinderlabors des „Zentrums für Chemie“ (ZFC) drei Tage lang mit den Geheimnissen der Brennstoffzellen-Technologie auseinandersetzten. Von Dieter Kögel 

Die Ergebnisse ihrer Forschungen präsentierten sie nun vor mehr als 200 Gästen bei der Umicore in Wolfgang. „Alleskönner und Hochleister“ nannte Dr. Thomas Schneidermeier vom Vorstand des „Zentrums für Chemie“ die am Erfinderlabor beteiligten Schüler. In Kooperation mit der Hochschule Rhein-Main in Rüsselsheim und dem Materialtechnologie-Unternehmen Umicore, das auch an Komponenten für Brennstoffzellen arbeitet, widmeten sich die jungen Leute mit professioneller Unterstützung praxisnah dem Thema „Umwelttechnologie - Brennstoffzelle“.

Bei der Präsentation ihrer Forschungsergebnisse stellten sich die Schülerinnen und Schüler nicht nur einer Fachjury aus Wissenschaftlern sondern auch vielen interessierten Schülergruppen, die an ähnlichen Forschungsprojekten arbeiten. Unter anderem auch von der Hohen Landesschule in Hanau. Die Hola selbst war, so erinnerte Thomas Schneidermeier, auch schon bei vorangegangenen Erfinderlabors vertreten. Ebenso wie Schüler aus der Otto-Hahn-Schule und aus der Ludwig-Geissler-Schule. Diesmal waren Hanauer Schülergruppen allerdings nicht mit von der Partie. „Die Hanauer“, so vermutete Schneidermeier, „gehen lieber zu den Workshops, die außerhalb von Hanau stattfinden. Denn Hanau kennen sie ja schon.“ Und es sei für die Schulen immer wieder spannend, neue Workshop-Orte kennenzulernen.

Und für die sorgt das „Zentrum für Chemie“ zusammen mit seinen Partnern seit zehn Jahren. Themengebiete, die im Unterricht nicht vorkommen oder nur am Rande gestreift werden, werden aufgegriffen und zum Inhalt der Erfinderlabore gemacht. Rund 200 Jugendliche aus 73 hessische Schulen haben sich in der jüngsten Runde beworben. Die 16 Auserwählten hatten jetzt eine Woche lang die Möglichkeit, Grundlagen und Anwendungsszenarien von Zukunftstechnologien in Rüsselsheim und Hanau zu erproben. Wobei Dr. Thomas Schneidermeier vom ZFC unterstreicht: „Wir wollen nicht missionieren. Wir wollen nur einen Praxisbezug herstellen und berufliche Perspektiven eröffnen.“ Und gerade die Nutzung von Wasserstoff als Energieträger habe großes Zukunftspotenzial.

Dr. Jörg Beuers vom Vorstand der Umicore wies auf das Engagement des Tochterunternehmens Solvicore hin, das bereits Brennstoffzellen für straßentaugliche Wassersstoffautos liefere. Und Prof. Dr. Birgit Scheppat von der Hochschule Rhein-Main in Rüsselsheim sagte: „Das Thema ist kurz vor dem Marktantritt.“ Aber es dauere wohl noch einige Jahre und bedürfe noch „vieler Ideen, wie man das preiswerter machen kann.“ Das Erfinderlabor sei ein Weg dahin. Denn, so Dr. Barbara Auras vom Hessischen Kultusministerium, „wir brauchen nicht nur Dichter und Denker.“ Nun, Denker sind sie schon, die Schüler in den Vierergruppen, die sich zum Auftakt des Erfinderlabors zunächst bei Umicore mit dem Wesen einer Brennstoffzelle ebenso vertraut gemacht hatten wie mit sich selbst. Denn die Schüler, die nun in Teams zusammenarbeiten sollten, hatten sich vorher nicht gekannt. Neben der vielen Forschungsarbeit stand für sie auch ein Rhetoriktraining auf dem Programm. Da gab es viele wertvolle Tipps, wie die Schüler ihre Forschungsergebnisse kurz und knackig präsentieren können.

Das gelang in Hanau perfekt, als die vier Gruppen ihre Arbeitsergebnisse per Power-Point-Präsentationen vorstellten. Unter anderem wurde untersucht, wie sich Variationen in der Sauerstoffzufuhr auf eine Brennstoffzelle auswirken oder wie eine „vergiftete“ und an Leistung abnehmende Brennstoffzelle wieder regeneriert werden kann. Eine andere Gruppe konstruierte mit Hilfe eines 3-D-Druckers eine Brennstoffzelle, und verliehen ihr ein eigenes Design. Am Ende gab es nicht nur von den in der Jury sitzenden Wissenschaftlern große Anerkennung für die Schülerprojekte. Auch Dr. Thomas Schneidermeier vom „Zentrum für Chemie“ zog ein positives Fazit: „Es war eine ganz tolle Runde, die hier zusammen war.“

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