Verbesserungen am Hauptbahnhof

Ärger mit stillem Örtchen

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Am Hanauer Hauptbahnhof liegt einiges im Argen. Immer wieder in der Kritik: Das Toilettenhäuschen vor dem Haupteingang.

Hanau - Sie sind immer wieder ein Ärgernis: Die Toiletten am Hanauer Hauptbahnhof. Überhaupt liegt in dem Bahnhof, der täglich von 20.000 Pendlern und Reisenden genutzt wird, seit langem einiges im Argen. Von Christian Spindler

Mit einer Planungsvereinbarung wollen Stadt und Deutsche Bahn (DB) Verbesserungen herbeiführen. Das wird aber noch dauern. Manchmal ist ein menschliches Bedürfnis arg drängend. So auch beim Steinheimer H., als er dieser Tage mit Bekannten von einem Bahnausflug zurückkehrte. Problem: Die Toiletten im Zug waren kaputt. Also durchhalten bis zum Hanauer Hauptbahnhof. Doch auch das half nichts. Im Bahnhof selbst gibt es keine öffentlichen Toiletten mehr. Und das runde DB-Toilettenhäuschen draußen vor dem Haupthaupteingang war defekt. „Ein Unding“, schimpft der Steinmeier am Redaktionstelefon - zumal das kein Einzelfall sei.

Das Toilettenhäuschen vor dem Haupteingang

Beschwerden über die unzureichende Sanitär-Situation und häufige Defekte der Toilettenanlage erreichen auch die Stadt Hanau, auch wenn die dafür gar nicht zuständig ist. Nach einem Gespräch mit Bahn-Vertretern im Frühjahr, hatte man im Rathaus noch gehofft, dass es in Sachen Toiletten rasch Verbesserungen gibt, so Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne). Gibt es bisher aber nicht. Probleme räumt eine Bahn-Sprecherin ein. Das Toilettenhäuschen werde von einer Privat-Firma betrieben. Bei der täglichen Reinigung würden kleine Defekte sofort behoben. Bei größeren Reparaturen müsse aber eine Fachfirma gerufen werden. Die Schäden hätten jeweils „unterschiedliche Gründe“, heißt es lapidar. Und: Es gebe Überlegungen, die Toilettenanlage „ins Innere zu verlegen.“ Konkretes könne man dazu aber nicht sagen.

Viele Kritikpunkte

Am Hanauer Hauptbahnhof gibt es seit langem viel mehr Kritikpunkte: Fehlende Aufzüge, keine barrierefreien Zugänge zu den Bahnsteigen, überhaupt ist vieles in die Jahre gekommen. Wie berichtet, strebt die Stadt mit der Bahn eine Planungsvereinbarung an, um etliche der Schwachpunkte zu beseitigen. Gestern brachte der Magistrat eine entsprechende Vorlage auf den Weg, bestätigte Stadtrat Kowol. Mit 80.000 bis 90.000 Euro will sich die Stadt zunächst an Planungskosten beteiligen. Dabei geht es um barrierefreie Bahnsteig-Zugänge sowie die wenig ansehnliche Fußgängerunterführung.

„Der Entwurf für die Vereinbarung liegt vor“, so Kowol. Mit dem Konzept hofft man, an Mittel aus einem Landesprogramm zur Aufwertung von Bahnstationen zu kommen. Bei der Bahn hält man sich zu der Kooperation mit der Stadt bedeckt. Die Gespräche liefen noch, heißt es. Über Zeitvorstellungen könne man „keine Angaben machen.“ Am 13. Oktober sollen sich die Stadtverordneten mit der Vereinbarung befassen. So schnell werden die Bauarbeiter am Hauptbahnhof freilich nicht anrücken. Stadtrat Kowol hält „2017 für realistisch“.

Parallel dazu laufen Bemühungen, im Hinblick auf den Bau der lange geforderten Nordmainischen S-Bahn dafür erforderliche Maßnahmen wie eine Bahnsteig-Modernisierung am Hauptbahnhof vorzuziehen. In der Vergangenheit waren Maßnahmen am Hauptbahnhof mit Verweis auf die Nordmaische S-Bahn immer wieder auf die lange Bank geschoben worden. Noch freilich steht der Beschluss für die „Nordmainische“ aus. Wenn deren Finanzierung endlich steht, könnten Umbauten am Hauptbahnhof vorfinanziert und vorgezogen werden, hofft Kowol, der in weiteren Gesprächen mit Unternehmen der Bahn auch über die Umgestaltung des Bahnhofs-Vorplatzes verhandelt. Auch hier gab es immer wieder Vorstöße, passiert ist aber nichts. Kowol hofft, dass es hierzu „bis Herbst klare Aussagen geben wird.“ Und auch bei einer Aufwertung des denkmalgeschützten Hauptbahnhofs-Gebäudes soll es Bewegung geben. Kowol: „Ich bin da relativ optimistisch.“

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