Verein Kulturloge

Jeder soll Kultur genießen dürfen

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Gabriele Bromboszcz ist eine der Ehrenamtlichen, die sich für die Kulturloge um die Vergabe der Karten kümmern.

Hanau - Kultur für alle Hanauer zugänglich zu machen, das ist das Anliegen der Menschen, die sich in der Kulturloge Hanau e. V. zusammen getan haben. Von Laura Hombach 

Dabei hat der Verein jene Menschen im Blick, die sich einen Theater-, Konzert- oder Kinobesuch normalerweise nicht leisten können. Über die Kulturloge sollen sie kostenlos Karten für Veranstaltungen in der Goldschmiedestadt erhalten, sollen „Gäste der Kulturloge“ sein, wie es die Vorsitzende, Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck, formuliert. „Die Menschen brauchen nicht nur Lebensmittel, sondern auch geistige Nahrung“, so habe der Grundgedanke bei Gründung der ersten Kulturloge 2010 in Marburg gelautet, sagt Funck. Eine Einschätzung, die Jutta Knisatschek von der Stiftung Lichtblick bestätigt. „Für unsere Klienten ist es das Highlight des Sommers, über das sie Wochen später noch reden“, schildert Knisatschek die Reaktionen auf den Besuch der Brüder-Grimm-Festspiele, den die Sparkasse alljährlich 100 Bedürftigen ermöglicht.

Deshalb waren die Stiftung Lichtblick, der Caritas-Verband und das Diakonische Werk auch gerne bereit, mit der Kulturloge zu kooperieren. Ihre Aufgabe ist es, bedürftige Menschen, die Veranstaltungen besuchen möchten, bei der Kulturloge anzumelden. Ganz so einfach ist es indes nicht, Interessenten für das Angebot zu finden, auch wenn schon einige Anmeldungen vorliegen. „Wir müssen unsere Klienten erst einmal motivieren, sich nicht dafür zu schämen, dieses Angebot anzunehmen“, erklärt Pfarrer Bernd Laukel vom Diakonischen Werk die anfänglichen Hürden. Doch dass sich das Leben ihrer Klienten durch das Angebot der Kulturloge verbessert, davon sind die Vertreter der sozialen Einrichtungen überzeugt.

Zumal das Prozedere ganz unkompliziert und diskret vonstattengeht. Zahlreiche Veranstalter - von Comoedienhaus über Volksbühne bis Kinopolis -, die sich bereit erklärt haben, Restkarten zur Verfügung zu stellen, melden ihre freien Plätze an die Kulturloge, die ihr Büro im Haus am Steinheimer Tor hat. Um die Weitergabe der Karten kümmern sich hier die beiden Ehrenamtlerinnen Lisa Uibel und Gabriele Bromboszcz. Sie fragen bei Bedürftigen telefonisch an, ob Interesse an der Veranstaltung besteht. Ist das der Fall, werden die Karten - mindestens zwei, bei Familien mit Kindern nach Möglichkeit für die ganze Familie - an der Abendkasse hinterlegt. Das Wirken der Kulturloge vollzieht sich also ganz diskret. „Ganz unserem Verständnis vom respektvollen Umgang mit den Gästen entsprechend“, sagt Beate Funck.

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