Vergewaltigungs-Opfer will Täter heiraten

Hanau ‐ Auf die Hochzeit mit ihrem 44-jährigen Lebensgefährten muss eine 22-jährige Hanauerin wohl noch eine Weile warten. Die 5. Große Strafkammer am Landgericht Hanau schickte den aus Serbien stammenden Mann gestern drei Jahre und sechs Monate hinter Gitter. Von Hans-Jürgen Krosse

Das Gericht ahndete damit eine Vergewaltigung in Tateinheit mit Körperverletzung, begangen am 9. Mai an der Ehefrau in spe. Das Opfer machte dem Mann in einer Pause kurz vor dem Richterspruch einen Heiratsantrag.

Der Angeklagte lebte mit der 22 Jahre jüngeren Frau in einer Lebensgemeinschaft. Das Paar hat ein dreijähriges gemeinsames Kind. Wenige Tage vor der Tat trennten sich die beiden wegen bestehender Differenzen. Am 9. Mai suchte der Mann, so die Anklage, eine Aussprache mit der 22-Jährigen. Die verwehrte ihm den Zutritt zur Wohnung. Der Angeklagte verschaffte sich mit Gewalt Einlass und verriegelte die Tür von innen. Das Gespräch führte aber nicht zu dem vom 44-Jährigen erwarteten Ergebnis.

Was dann geschah, kann sich der Angeklagte bis heute nicht erklären. Der Mann setzte der Frau ein Teppichmesser an den Hals und forderte sie zum Geschlechtsverkehr auf. Dann packte er sie am Hals, zerrte sie ins Badezimmer und forderte sie auf, sich zu entkleiden. Aus Angst um ihr Leben kam die Frau dem Ansinnen des Mannes nach. Im Bad vergewaltigte der Mann die Mutter seines Kindes. Danach blieb er noch über Nacht in der Wohnung.

Bei den Ermittlungen hatte der Angeklagte die Tat noch bestritten. Gestern legte er ein Geständis ab und entschuldigte sich bei der Frau. Die erwiderte „Ich vergebe dir“.

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