Videoüberwachung in der City

Kameras wie in Köln

Hanau - Bei der geplanten Videoüberwachung zentraler Plätze in Hanau werden hochmoderne Kameras zum Einsatz kommen, wie sie seit Neuestem auch am Kölner Hauptbahnhof und in Essen in Betrieb sind. Bis spätestens Ende März sollen die neuen Kameras einsatzbereit sein. Von Dirk Iding 

Ende Februar diesen Jahres hatte die Hanauer Stadtverordnetenversammlung nach eingehender Diskussion unter Einbeziehung der Polizei und des Hessischen Datenschutzbeauftragten beschlossen, die Videoüberwachung öffentlicher Plätze in Hanau auszuweiten. Bislang gibt es eine Videoüberwachung nur im Bereich des Busbahnhofs am Freiheitsplatz. Künftig sollen auch der restliche Freiheitsplatz, der Marktplatz sowie der Platz rund um die Platane an der Ecke Hammer-/Sternstraße mit Kameras überwacht werden.

Nach dem Stadtverordnetenbeschluss, gegen den nur die drei Stadtverordneten der Alternativen Linken Fraktion und des Forums Gemeinsames Hanau (FGH) gestimmt hatten, erfolgte seitens der Stadt eine „intensive Marktrecherche“, in deren Verlauf sich „ein ganz neues, innovatives Kamerasystem als das beste herausgestellt hat“, wie Magistratssprecherin Güzin Langner gestern auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte. Dabei handele es sich um so genannte Multifokal-Kameras wie sie beispielsweise bereits am Kölner Hauptbahnhof eingesetzt werden.

Großer Vorteil dieser modernen Kameras sei eine andere Fokussierung, die dazu führen werde, das zum Beispiel am Freiheitsplatz anstelle der ursprünglich 38 herkömmlichen Kameras, die notwendig gewesen wären, um den gesamten Platz im Blick zu behalten, nur sieben Kameras der neuen Generation angebracht werden müssen. Derzeit sei die Ordnungsbehörde der Stadt Hanau in der Feinabstimmung über die Platzierung der Kameras, die an öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen installiert werden sollen.

Vorgesehen ist, dass die von den Kameras aufgenommenen Bilder auf Monitore sowohl in der Polizeidirektion am Freiheitsplatz als auch in der neuen Wache der Stadtpolizei einlaufen werden, wo sie von den jeweils diensthabenden Mitarbeitern überprüft werden.

Kosten in Höhe von bis zu 600.000 Euro

Die Hanauer Ordnungspolizei bekommt, wie bereits berichtet, eine eigene Wache im Erdgeschoss des Rathaus-Verwaltungsbau, die derzeit eingerichtet und demnächst in Betrieb genommen wird. Allerdings werden weder bei der Polizei noch bei der Stadtpolizei Mitarbeiter während ihrer Dienstzeit ausschließlich die Videokameras überwachen.

Da es keine Rund-um-die-Uhr-Beobachtung der Kamerabilder an sieben Tagen die Woche geben wird, ist vorgesehen, die aufgezeichneten Bilder auf einem besonders abgesicherten Server zu speichern, um sie bei Bedarf, etwa zur Aufklärung von Straftaten, im Nachhinein auswerten zu können. Wie lange die Bilder gespeichert werden, steht noch nicht fest. Das, so Langner, werde in Abstimmung mit dem Hessischen Datenschutzbeauftragen geklärt. Nach der Speicherfrist würden die Bilder dann automatisch gelöscht.

Vorsicht! So werden Sie täglich überwacht

Insgesamt stehen für die Ausweitung der Videoüberwachung in Hanau 600.000 Euro zur Verfügung. 200.000 Euro davon stehen als städtische Haushaltsmittel bereit. Der Rest wird vom Land Hessen bezuschusst, das seine Förderrichtlinien geändert hat und sich künftig mit Zweidritteln an den Gesamtkosten beteiligt. Derzeit werden die entsprechenden Förderanträge ans Land und die Beauftragung zur Installation der Kameras und Einrichtung des Systems vorbereitet. „Sofern es nicht zu unvorhergesehenen Verzögerungen kommt, soll die Videobeobachtungsanlage mit Ende des ersten Quartals 2018 in Betrieb gehen“, heißt es von Seiten der Stadt Hanau.

Rubriklistenbild: © dpa

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