Verein setzt sich weiter für historisierende Bebauung ein

Neugestaltung des Hanauer Schlossplatzes – „Das ist völlig inakzeptabel“

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Eine historisierende Bebauung des Schlossplatzes schlägt die Investorengruppe KCI vor. Dieser Vorschlag wird auch vom Verein Stadtbild Deutschland unterstützt.

Der Verein Stadtbild Deutschland übt massive Kritik an der Festlegung des hauptamtlichen Magistrats wegen des Konzepts zum Hanauer Schlossplatz.

Hanau – Reinhard Hühn, Hanauer Ortsverbandssprecher des Vereins Stadtbild Deutschland, wirft Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) vor, er habe die Öffentlichkeit „mit einem völlig inakzeptablen Ergebnis“ des sogenannten Konzeptvergabeverfahrens „überrumpelt“. In einer nicht öffentlichen Sitzung des Struktur- und Umweltausschusses sowie des Ortsbeirates Innenstadt wurde am Donnerstagabend über die Empfehlung des hauptamtlichen Magistrats informiert. Am kommenden Montag wird sich der Gesamtmagistrat mit dem Thema befassen und eine Empfehlung an die parlamentarischen Gremien geben, die dann das letzte Wort haben.

Hanau: Projekt soll im kommenden Jahr realisiert werden 

Insgesamt hatten sich drei Interessenten an dem Verfahren beteiligt. Neben Terramag/Baugesellschaft und KCI bemüht sich auch die Investorengruppe 3w um das Projekt, das ab dem kommenden Jahr realisiert werden soll. Der Schlossplatz ist der letzte der fünf Hanauer Plätze, die im Zuge des Innenstadtumbaus neu gestaltet werden.

Der Verein Stadtbild Deutschland hatte bereits vor Beginn des Konzeptvergabeverfahrens einen Wiederaufbau des historischen Gebäudeensembles gefordert. Vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg war der Hanauer Schlossplatz wesentlich kleiner. Eine Häuserzeile zwischen dem historischen Kanzleigebäude und der früheren Schule am Schlossplatz (heute Teil der Karl-Rehbein-Schule) ragte weit in den heutigen Platz hinein und begrenzte die frühere Erbsengasse.

Eher nüchtern, funktional kommt der Entwurf von Terramag/Baugesellschaft daher, der vom hauptamtlichen Magistrat favorisiert wird.

Der Entwurf von KCI greift diese historische Baulinie auf. Durch eine Neubebauung mit historisierenden Bauelementen, etwa der Verwendung von Fachwerk, solle so ein Stück des „alten Hanaus“ am Schlossplatz wiederentstehen.

Neuer Schlossplatz in Hanau: Entwurf habe größte Zustimmung erhalten 

Der Verein Stadtbild Deutschland erinnert daran, dass der KCI-Entwurf sowohl beim Bürgerwochenende im März als auch bei einer Leserumfrage des „Hanauer Anzeigers“ die größte Zustimmung erhalten habe. Aus Sicht des Vereins ist der KCI-Entwurf der einzige, „der eine behutsame Wiederherstellung des Altstadtquartiers zwischen früherer Erbsengasse und Wasserturm vorsieht“. „Ein Stück Hanauer Altstadt am früheren Residenzschloss würde wiederentstehen können. Diese Chance wäre für alle Zeiten vertan,“ meint Reinhard Hühn. KCI komme als Frankfurter Investor nach Hanau, „um die Erfolgsgeschichte der Frankfurter Altstadt fortzuschreiben“.

Hühn äußerte Zweifel, ob KCI im Rahmen des Verfahrens überhaupt je eine faire Chance gehabt habe. Der Verein fordere nun zumindest eine zweite Bewertungsrunde zwischen den Entwürfen von KCI und Terramag/Baugesellschaft. Niemand könne bestreiten, dass die Festlegung des hauptamtlichen Magistrats „ganz klar am überwiegenden Wunsch der Hanauer Bürger vorbeigeht“, erklärte der Stadtbild-Deutschland-Sprecher. Hühn kündigte an, in den kommenden Wochen mit Informationen, Öffentlichkeitspräsenz und in den sozialen Medien dieser Entscheidung massig entgegentreten zu wollen.

VON DIRK IDING

Erst kürzlich hat das Gasthaus „Zur Krone“ in Hanau nach mehr als 150 Jahren geschlossen. So geht es nun weiter. Auch der Hauptbahnhof in Hanau wird umgebaut. Für Pendler und Reisende gibt es aber gute Nachrichten. 

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