Vorfall bei DGB-Kundgebung

AfD weist Vorwürfe von sich

Hanau - Der AfD-Ortsverband Hanau und Großkrotzenburg begrüßt in einer Pressemitteilung, dass durch den Vorfall bei der AfD-Veranstaltung am vergangenen Freitag nun eine Diskussion in Gang komme, „die der Ortsverband Hanau schon lange für überfällig hält.“ Von Sebastian Schilling 

Bei der AfD-Veranstaltung in der Steinheimer Kulturhalle war es zu Handgreiflichkeiten zwischen zwei mutmaßlichen AfD-Anhängern und einem Ordner des DGB gekommen. „Erst mal bedauere ich natürlich, dass es anscheinend zu Handgreiflichkeiten bei der DGB-Veranstaltung kam“, sagt Harald Walter, stellvertretender Sprecher des Ortsverbands. „Der betroffene Ordner, nach zwei Tagen vom Schädelhirntrauma genesen, machte in der Hessenschau den Eindruck, als ließe er sich nicht so leicht zu Fall bringen.“

Weiter heißt es in der Mitteilung, dass für die AfD als Veranstalter des Vortragsabends kein Eingreifen möglich gewesen sei. „Wir waren außerhalb des Absperrgitters, mit dem uns 40 Polizisten vor den Linken beschützen mussten. Alle angezeigten Taten geschahen ja auf der DGB-Veranstaltung.“ AfD-Ortssprecher Klaus Dippel beklagt „die zunehmende linksextreme Gewalt gegen unsere Partei“, die kleingeredet, relativiert oder unter den Teppich gekehrt würde. „Gewalt ist niemals ein Mittel der politischen Auseinandersetzung. Jeder Gewaltakt ist einer zuviel“, sagt der AfD- Landtagskandidat Walter Wissenbach

Nach Darstellung des DGB habe es sich bei den Handgreiflichkeiten um einen brutalen Angriff auf einen Hanauer Gewerkschafter gehandelt, der dabei „bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt“ worden sei, und dabei ein Schädel-Hirn-Trauma, einige Prellungen und eine kurzzeitige Amnesie erlitten habe. Das sei alles unter den Augen von Zeugen und unter den Augen der Polizei geschehen, hieß es in einer Erklärung des DGB. Den Angriff der AfD-Leute bezeichnet die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes in einer Mitteilung als „rechtsterroristischen Überfall“.

Demo bei AfD-Wahlkampfveranstaltung

„Wir haben sofort eingegriffen“, sagt Rudi Neu, Sprecher des Polizeipräsidiums Südosthessen. Genaueres zu dem Vorfall kann er aber nicht sagen, da noch ermittelt werde. Es habe sich um eine „wechselseitige Körperverletzung“ gehandelt. Die Beteiligten hätten auch jeweils Anzeige deswegen erstattet. Nicht bestätigen kann Neu hingegen, dass die AfD in Hanau oder Großkrotzenburg zunehmend Opfer von Gewalttaten aus dem linksextremen Milieu werde.

Die Kosten für den Polizeieinsatz, den die AfD in ihrer Mitteilung mit „mehr als 20 000 Euro“ beziffert, kann der Polizeisprecher ebenfalls nicht bestätigen. „Wir stellen bei solchen Einsätzen keine Rechnungen aus.“

Rubriklistenbild: © dpa

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