„Arbeiten an Neuausrichtung des Kraftwerkstandorts“

Vorzeitiger Ausstieg aus der Kohleverstromung bei Staudinger schafft laut Kraftwerkschef „Planungssicherheit“

Vorzeitiger Ausstieg aus der Kohleverstromung bei Staudinger schafft laut Kraftwerkschef „Planungssicherheit“
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Vorzeitiger Ausstieg aus der Kohleverstromung bei Staudinger schafft laut Kraftwerkschef „Planungssicherheit“

Planungssicherheit, das bedeutet die Ansage des Kraftwerksbetreiber Uniper, den mit Kohle befeuerten Block 5 spätestens zum 31. Dezember 2025 vom Netz zu nehmen.

Großkrotzenburg – Für Matthias Hube, Leiter des Großkrotzenburger Kraftwerks Staudinger, bedeutet die Ankündigung von Kraftwerksbetreiber Uniper, den mit Kohle befeuerten Block 5 spätestens zum 31. Dezember 2025 vom Netz zu nehmen, vor allem eines: „Planungssicherheit für die nächsten sechs Jahre, um parallel an einer Neuausrichtung unseres Kraftwerkstandorts zu arbeiten“.

Am Donnerstag hatte die Eon-Tochter Uniper erklärt, aus der Kohleverstromung in Großkrotzenburg früher auszusteigen als bisher erwartet (wir berichteten). Ob der mit Erdgas befeuerte Staudinger-Block 4, den Netzbetreiber Tennet derzeit zur Netzstabilisierung und als Reservekraftwerk vorhält, langfristig erhalten bleibt, steht nach den Worten von Kraftwerksleiter Hube nicht fest. Der Vertrag zwischen Tennet und Uniper werde alle zwei Jahre verlängert. Wie lange Tennet Staudinger-Block 4 als „systemrelevant“ ansieht, sei derzeit schwer absehbar.

Ungeachtet dessen arbeite man weiterhin daran, am Kraftwerksstandort alternative Nutzungen zu etablieren, so Hube. Nach wie vor verfolgt werden die Pläne, dort ein riesiges Rechenzentrum anzusiedeln (wir berichteten). Ein ähnliches Projekt verfolgt auch die Stadt Hanau mit der Ansiedlung eines gewaltigen Rechenzentrums auf dem Gelände der Großauheim-Kaserne. Hube glaubt aber, dass der Bedarf an zusätzlichen Rechnerkapazitäten so groß ist, dass beide Vorhaben wirtschaftlich sein könnten.

Darüber hinaus arbeite man auch an Konzepten, die Fernwärmeversorgung Hanaus und Großkrotzenburgs mit einer gasbefeuerten Anlage langfristig zu sichern. Noch bis Ende 2024 läuft der Fernwärmevertrag zwischen den Hanauer Stadtwerken und Uniper. Auch bei den Stadtwerken arbeitet man bereits seit Monaten an Konzepten zur Nachfolgelösung. Denkbar sei sowohl eine „eigene Lösung auf eigenem Gelände“ wie eine Kooperation mit Staudinger für ein Blockheizkraftwerk am Standort in Großkrotzenburg, erklärte Oberbürgermeister Claus Kaminsky, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke ist.

„Die Stadtwerke Hanau sind gut vorbereitet“, betonte auch Stadtwerke-Chefin Martina Butz auf Nachfrage. Die verschiedenen Konzepte resultierten aus einer bereits fertiggestellten Studie zum „Modellvorhaben Wärmenetze 4.0.“ in Hanau. Es gelte nun auszuwählen, welches dieser Konzepte zum Tragen komme. Darüber werden die Aufsichtsgremien der Stadtwerke laut Butz noch in diesem Jahr eine Entscheidung treffen.

Auf die Stromversorgung in Hanau habe das Aus von Block 5 keine Auswirkung. „Unsere Netzgesellschaft entnimmt den benötigten Strom aus den Übertragungsnetzen. Diese werden durch deutschland- und europaweite Stromerzeuger gespeist“, so Butz. did/cd

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