Appell an Privateigentümer

Wegen Umsatzeinbußen: Stadt Hanau mindert Mieten für Gewerbetreibende

Damit Gewerbetreibende bleiben: Mit dem Mietnachlass will die Stadt Hanau die Fortführung beziehungsweise Wiedereröffnung des Geschäftsbetriebes ermöglichen.
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Damit Gewerbetreibende bleiben: Mit dem Mietnachlass will die Stadt Hanau die Fortführung beziehungsweise Wiedereröffnung des Geschäftsbetriebes ermöglichen. (Archivbild)

Gewerbetreibende, die Immobilien von der Stadt Hanau gemietet haben, erhalten für dieses und das kommende Jahr einen Mietnachlass, der sich prozentual am Umsatzrückgang ausrichtet. Dies hat der Magistrat der Stadt Hanau laut einer Mitteilung in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

Hanau - Als Vergleichswert für den Nachlass werde der Umsatz des Vorjahres herangezogen. Bei der Berechnung des Umsatzes 2020 würden die anlässlich der Pandemie gewährten Fördergelder des Bundes und Landes Hessen eingerechnet.

Wie Oberbürgermeister Claus Kaminsky erläutert, seien die Folgen der weltweiten Corona-Pandemie auch für die Hanauer Einzelhändler, Gastronomen und Dienstleister deutlich spürbar. „Auch wenn nicht durchgehend die Schließung der Betriebe durch die Verordnungen des Landes zur Bekämpfung des Coronavirus angeordnet wurde, haben die geltenden Kontaktbeschränkungen unmittelbare Auswirkungen auf die Umsätze der Gewerbetreibenden, sodass wirtschaftliche Härtefalle entstehen“, so der OB.

Mietnachlass wegen Corona-Pandemie: Hanau will Vorbild für Privateigentümer sein

Neben den Bundes- und Landesförderungen versuche auch die Stadt mit den Hanauer Corona-Hilfspakten die finanziellen Folgen für Hanauer Einzelhändler, Gastronomen und Dienstleister zu lindern. „Als Stadt wollen wir jetzt mit gutem Beispiel vorangehen und den lokalen Gewerbetreibenden nicht durch Mietforderungen die Lebensgrundlage entziehen“, sagte Kaminsky.

„Wir hoffen inständig, dass auch private Immobilienbesitzer sich ein Beispiel nehmen und ihren langjährigen, guten Mietern Nachlässe geben, damit diese die Krise meistern können und ihnen auch in Zukunft erhalten bleiben. Alles andere wäre kurzsichtig“, betont Kaminsky.

Guten Mietern, die vorübergehend finanzielle Engpässe aufgrund der Corona-Pandemie erleiden, zu kündigen und mitten in der Krise nach neuen solventen Mietern zu suchen, sei keine faire und keine erfolgversprechende Strategie.

Mietnachlass in Hanau orientiert sich an Umsatzrückgang

Wie Kaminsky erläuterte, erlasse die Stadt Hanau anteilig Kaltmiete für 2020, wenn die jeweiligen Gewerbetreibenden Umsatzeinbußen aufgrund der Corona-Pandemie nachweisen könnten. Die Höhe des Erlasses der Kaltmiete für 2020 richtet sich nach den jeweiligen Umsatzeinbußen der Gewerbetreibenden im Vergleich zum Jahr 2019. Die Mieter müssten zum Nachweis der Umsatzeinbußen eine betriebswirtschaftliche Auswertung für die Jahre 2019 und 2020 vorlegen.

Da trotz der intensiven Forschung an Impfstoffen und Medikamenten gegen das Coronavirus insbesondere auch die finanziellen Folgen der Pandemie bis weit in das nächste Jahr anhalten werden, soll die Regelung auch im Jahr 2021 gelten, heißt es aus dem Rathaus.

Ziel des Mietnachlasses ist Fortführung des Geschäftsbetriebes

Ziel der Unterstützung sei die Fortführung oder Wiedereröffnung des Geschäftsbetriebes. Daher sei Voraussetzung für den Mieterlass, dass entsprechende Planungen vorgelegt würden. Der Beschluss sieht außerdem vor, dass städtische Eigengesellschaften, die Gewerbeflächen vermietet haben, entsprechend verfahren sollen.  das

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