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Hanta-Viren: Wenn Mäuse zur Gefahr werden

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Symbolbild © dpa

Main-Kinzig-Kreis - Die Zahl der Infektionen mit dem HantaVirus ist im Main-Kinzig-Kreis in diesem Jahr auffällig stark gestiegen. Wurden im vergangenen Jahr noch zwei Fälle registriert, so stehen für 2017 bereits 31 Erkrankungen auf der Meldeliste des Gesundheitsamtes.

Von den registrierten 31 Fällen wurden 28 aus dem Ostkreis gemeldet. Auch in den vergangenen Jahren war die Region schwerpunktmäßig betroffen. Die Ursache für die hohen Fallzahlen von Hantaviren ist das starke Vorkommen von Bucheckern im vergangenen Herbst, heißt es in einer Mitteilung des Gesundheitsamtes. Bucheckern sind die Hauptnahrung der Rötelmaus, deren Bestand durch die gute Futtersituation stark gestiegen ist. Damit breitet sich auch das Virus besser aus, die Nagetiere gelten als Hauptüberträger.

„Das Virus erzeugt bei einer Infektion schwere Grippesymptome und kann unter Umständen zu Nierenversagen führen“, erläutert Gesundheitsdezernent Matthias Zach (Grüne). Die meisten Menschen infizieren sich durch das Einatmen von aufgewirbeltem Staub, der mit den Ausscheidungen der Nagetiere auch das Virus enthält. Selten erfolgt die Übertragung durch Nagetierbisse. Das Gesundheitsamt rät grundsätzlich, den Kontakt zu Mäusen und deren Ausscheidungen zu vermeiden.

Die Exkremente können auch nach Eintrocknen längere Zeit ansteckend bleiben. Ein besonderes Risiko einer Infektion besteht beim Umschichten von Holz, Arbeiten im Wald, Aufenthalt oder Reinigungsarbeiten in Gartenhäuschen, Waldhütten oder Schuppen - insbesondere bei Staub erzeugende Tätigkeiten wie Ausfegen. Das gilt auch für vergleichbare Tätigkeiten auf dem Dachboden, in der Garage, im Keller oder in waldnahen Häusern. Selbst der Kontakt mit Mäusen und anderen Nagern oder deren Ausscheidungen beim Wandern oder Zelten kann zu einer Ansteckung führen.

Der überwiegende Teil der Infektion läuft unbemerkt ab. Bei den symptomatischen Fällen beträgt die Inkubationszeit etwa zwei bis vier Wochen, kann aber in Ausnahmefällen auch zwischen fünf bis sechzig Tagen liegen. Der Verlauf der Krankheit ist grippeähnlich mit mehrtägigen Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen sowie Fieber von über 38 Grad. Häufig kommt es dann zu Nierenfunktionsstörungen bis hin zu Nierenversagen, in Ausnahmefällen zu einer lebensbedrohlichen Blutungsneigung.

Das Gesundheitsamt verweist auf vorbeugende Maßnahmen bei der Reinigung von Scheunen, Dachböden oder Garagen: ausreichend lüften, wenig Staub aufwirbeln oder sogar feucht reinigen. Zusätzlich Mund- und Nasenschutz tragen. Für die Beseitigung von toten Nagetieren, deren Kot und Urin empfehlen sich Einmalhandschuhen. Die Entsorgung von Putzlappen, Einmalhandschuhen und toten Nagetieren sollte in Plastikbeuteln über den Hausmüll erfolgen. (cs.)

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