„Wie bei einer Klassenarbeit“

Hanau - In den letzten zwei Tagen gaben sich Vertreter der vier Großinvestoren im Rathaus die Klinke in die Hand: Letzte Gespräche vor der Entscheidung - „einer der wichtigsten im gesamten Verfahren“, sagt Stadtentwickler Martin Bieberle. Denn am 15. Juni fliegen zwei der vier Investoren, die die Hanauer Innenstadt umbauen wollen, aus dem „Wettbewerblichen Dialog“. Von Christian Spindler

„Es ist ein bisschen wie bei einer Klassenarbeit“, sagt Fachbereichsleiter Bieberle. Man will wissen, wo man steht, wie es weitergeht. „Es ist jetzt notwendig abzuschichten“. So heißt das Aussortieren in der Experten-Sprache. 500 000 Euro soll jeder der Investoren in das Verfahren gesteckt haben.

Bis zum großen Tag der Entscheidung stehen Sitzungen und Tagungen in dichter Folge an. Vier Bewertungsrunden nach jeweils gleichem Muster sind angesetzt.

Am 2. und 3. Juni zieht sich der zehnköpfige innerste Expertenkreis der Stadt zu einer Klausur nach Rückersbach zurück: Man wälzt Pläne, diskutiert Für und Wider, bewertet nach festgelegten Kriterien die vier Entwürfe. Im Mittelpunkt: Die Freiheitsplatz-Gestaltung, der Einzelhandel und Verkehrsfragen. Die Ergebnisse bleiben vorerst unter Verschluss. Denn zwei Tage später tritt der „Dialog“-Beirat zusammen, in den 100 Bürger berufen wurden. „Jeder wird Bewertungsbögen ausfüllen und kann nach verschiedenen Kriterien Punkte vergeben. Das geschieht anonym“, so Bieberle.

Am 5. Juni folgt dann eine Sitzung des „Dialog“-Teams, dem neben internen und externen Experten auch Vertreter der Stadtverordnetenfraktionen angehören.

Die Lübecker Investoren HBB, die Frankfurter MAB- Development, ECE-Projektmanagement aus Hamburg sowie die holländische 3 W- Gruppe bewerben sich in dem besonderen Auswahlverfahren um den Auftrag für die millionenschweren Innenstadt-Projekte.

Am 8. Juni tritt der Magistrat zu einer Klausurtagung zusammen. Auch er wird nach der selben Prozedur wie die anderen Gremien eine Bewertung der vier Entwürfe vornehmen. Bieberle geht davon aus, dass es an dem Tag „eine Tendenzentscheidung“ geben wird. In der Woche darauf, am 15. Juni, wird die „Stadtregierung“ mit OB Claus Kaminsky, den beiden hauptamtlichen und den acht ehrenamtlichen Stadträten endgültig festlegen, wer im Rennen bleibt: Aus vier mach’ zwei, heißt es dann.

Im Sommer sollen weitere Diskussionsrunden in verschiedene Gremien folgen, ehe im September die Angebotsphase eingeleitet wird. Nach dem jetzigen Fahrplan soll schließlich im November ein Investor den Auftrag bekommen, die Innenstadt-Umgestaltung zu starten.

Die Gestaltung einzelner Elemente und Gebäude soll nach Architekten-Wettbewerben festgelegt werden. Bieberle: „Nächstes Jahr werden im Congress Park etliche Modelle zu sehen sein.“

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