Schlüsselübergabe an den Wirt

Wiedereröffnung der Kleinen Parkwirtschaft steht kurz bevor

Strahlende Gesichter am Donnerstagnachmittag in Wilhelmsbad – Wirt Gianni Zebi nimmt von der Direktorin der Staatlichen Schlösser und Gärten, Kirsten Worms, die Schlüssel für die neu sanierte Kleine Parkwirtschaft entgegen.
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Strahlende Gesichter am Donnerstagnachmittag in Wilhelmsbad – Wirt Gianni Zebi nimmt von der Direktorin der Staatlichen Schlösser und Gärten, Kirsten Worms, die Schlüssel für die neu sanierte Kleine Parkwirtschaft entgegen.

Er war geduldig, zäh und ausdauernd – und letztlich, so sagt Gianni Zebi, Pächter der Kleinen Parkwirtschaft in Wilhelmsbad, habe sich das gelohnt. Sechs Jahre hat er nach dem verheerenden Brand, der das historische Gebäude 2015 bis auf die Grundmauern zerstört hat, sein italienisches Restaurant in einem Container weitergeführt. „Ich war froh über diese Lösung.

Hanau – Aber es war auch hart“, sagt der Italiener. „Ich hatte keinerlei Lagermöglichkeiten, musste dadurch täglich – auch sonntags – frisch einkaufen und meine Angestellten hatten keine Aufenthaltsräume.“

Damit soll ab 1. Oktober Schluss sein. Dann will Zebi sein Restaurant zurückführen. In das von Grund auf sanierte Gebäude, das zusätzlich einen großzügigen Anbau bekommen hat. Denn vom historischen Teil des denkmalgeschützten Gebäudes, das 1785 abseits der Kurpromenade hinter dem sogenannten Stallbau als Restauration und Unterkunft errichtet worden war, war nach dem verheerenden Brand nicht viel übrig. Einen Anbau, der im 20. Jahrhundert hinzugekommen war, zerstörte das Feuer vollständig. Kirsten Worms, Direktorin der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen, die den Wilhelmsbader Park verwaltet, spricht rückblickend von einer „Katastrophe, die die ganze Region erschüttert hat“.

Gestern war Worms gemeinsam mit allen am Bau Beteiligten nach Wilhelmsbad gekommen, um Wirt Zebi ganz offiziell die Schlüssel zu seinen neuen Räumen zu übergeben. Zebi zeigte sich sichtlich gerührt: „Endlich kann ich wieder ganz normal Gastronomie betreiben. Das Durchhalten hat sich gelohnt. Es ist wirklich schön geworden.“ Ein ganzes Kästchen voller Schlüssel drückte ihm Direktorin Worms in die Hand – für Fenster, Türen, Keller, Lagerräume. Bis er sich da zurechtfinde, werde wohl eine Zeit vergehen, kommentierte der gut gelaunte Wirt, der seit 28 Jahren sein Restaurant in Wilhelmsbad betreibt.

Zebi: „Als ich die Kleine Parkwirtschaft damals übernommen habe, war es eine einfache Gaststätte. Ich habe dieses Restaurant daraus gemacht. Es ist mein Kind. Ich habe immer an diesen Platz geglaubt.“

Die Gesamtkosten für den Wiederaufbau werden laut Staatliche Schlösser und Gärten Hessen auf rund 6,2 Millionen Euro geschätzt. Die Kosten beinhalten den modern gestalteten Anbau, in dem die Küche sowie Lager- und Personalräume und barrierefreie sanitäre Anlagen untergebracht sind. An der Außenfassade wird derzeit noch gearbeitet. Es fehlt die Holzverkleidung, die aufgrund der Holzknappheit noch nicht ausgeführt werden konnte, sagt Architekt Kristian Kaffenberger, dessen Reinheimer Architekturbüro die Planung und Bauüberwachung der Sanierung und des Anbaus innehatte. Die Wiedereröffnung werde von dem fehlenden Holz aber nicht beeinträchtigt. Spätestens Ende des Jahres soll die Verkleidung fertiggestellt sein, so wie das gesamte Ensemble, das sich dann in den Duktus der übrigen Wilhelmsbader Wirtschaftsgebäude einfügt.

Zuständiger Bauherr ist der Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen. Dessen Direktor Thomas Platte blickte gestern auf den Beginn der Sanierungsarbeiten in 2019 zurück, erinnerte an das Richtfest, das noch im gleichen Jahr gefeiert werden konnte und erläuterte, dass das einst mit 4,2 Millionen Euro kalkulierte Vorhaben unter anderem aufgrund von sorgfältiger und größer ausgefallenen Restaurierungsmaßnahmen und konjunkturellen Problemen, unter anderem bei der Vergabe von Gewerken, teurer geworden ist. Wirt Zebi ist nicht nur erleichtert, dass nun alles fertig ist, er freut sich auch darüber, mehr Platz zur Verfügung zu haben als zuvor: Künftig wird er rund 120 Sitzplätze anbieten können, verteilt auf zwei Gasträume. Zebi hat bereits damit begonnen, die Inneneinrichtung sowie Teile seiner Küchentechnik für den Gastronomiebetrieb in die neu gestalteten Räumlichkeiten zu bringen.

Die Container-Lösung, in der er momentan noch seine Gäste bewirtet, soll im Anschluss an den Umzug abtransportiert werden. Die Außenanlagen werden zudem neu hergerichtet. Rund 200 Sitzplätze auf einer Fläche von rund 300 Quadratmetern können dann in dem Biergarten angeboten werden.

Von Kerstin Biehl

Ein erster Blick in die Innenräume – nach Wiederaufbau und Sanierung ist in den beiden Gasträumen nun mehr Platz.

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