Viele Hinweise aus der Bevölkerung

Keine Spur von Wildpark-Luchsin „Flummi“

+
Zahlreiche Hinweise sind seit Bekanntwerden des Verschwindens eines Luchses aus dem Wildpark in der Alten Fasanerie eingegangen. Unser Bild, das im Vorjahr entstand, zeigt einen Bewohner des Luchsgeheges.

Klein-Auheim - Nur acht statt neun Tiere zählt derzeit das Luchsgehege in der Alten Fasanerie. Luchsin „Flummi“ fehlt. Am Dienstag dieser Woche hatte der Wildpark eine Suchmeldung nach der stattlichen Katze herausgegeben. Viele Hinweise aus der Bevölkerung sind seitdem eingegangen, doch eine heiße Spur zu der bereits seit Januar vermissten Luchsin gibt es noch nicht.

„Schon am ersten Tag, nachdem wir ,Flummis‘ Verschwinden öffentlich gemacht hatten, gab es 25 Anrufe mit Hinweisen auf den Luchs. Sogar eine Waschbärspur war dabei“, bilanziert Wildparkbiologin Dr. Marion Ebel. Wie berichtet, war während eines Wintersturms ein Baum umgeknickt und auf den Zaun des Luchsgeheges gefallen. „Flummi“ war daraufhin über den Baum aus dem Gehege geklettert und aus dem Wildpark geflohen. Auch der Versuch, „Flummi“ mit Hilfe von Fallen wieder einzufangen, gelang bisher nicht. „Wenn wir Flummi in den nächsten Wochen nicht bekommen, wird sie sicherlich das Rhein-Main-Gebiet verlassen und sich ruhigere Gefilde in Odenwald, Spessart oder Vogelsberg suchen“, vermutet Ebel. Die Biologin geht davon aus, dass die Luchsin in freier Wildbahn gut zurecht kommt, denn in den letzten beiden Monaten müsse sie sicher auch Beute erlegt haben.

Allerdings kam es vor kurzem in Hainburg zu einem Wildunfall, bei dem - relativ zweifelsfrei - ein Luchs involviert war. Die rund 20 Kilogramm schwere Katze mit schwarzem Stummelschwanz trollte sich, obwohl vom Auto touchiert, wohl nur leichter verletzt von dannen und wurde trotz Suche nicht gefunden.

„Ich hätte sie aber gern wieder“, hofft Ebel, sie dennoch wieder einfangen zu können. Zugleich erklärt sie, dass „Flummi“ keine Gefahr für die Menschen darstellt. „Luchse fallen keine Menschen an, sie gehören nicht zum Beutespektrum des Luchses“, so Ebel. Im Falle einer Sichtung rät die Biologin zum Abstandhalten und rät von Versuchen, den Luchs etwa gar streicheln zu wollen, ab. „Wer ,Flummi’ sieht, sollte uns bitte Bescheid geben“, sagt Ebel. Mitarbeiter des Wildparks würden sich dann mit einem Narkosegewehr auf den Weg machen, um die Luchsin wieder zu ihren acht Kameraden zurückzubringen. Meldungen zu „Flummi“ werden im Wildpark unter 06181/61833016 bzw. 0170/5719661 entgegen genommen. (hoh)

Huhn, Katze und Co.: Tiere als Co-Therapeuten

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare