Wisent-Herde im Wildpark

Mehr Platz für die Wildrinder

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 Bald steht der Herde um Stier Eginwald doppelt so viel Platz zur Verfügung.

Klein-Auheim - Es dauert nicht mehr lange und die vier Wildpark-Wisente haben doppelt so viel Auslauf wie bislang. Derzeit wird für Europas größtes Säugetier ein 2,9 Hektar großes Gehege vorbereitet, das mit dem alten verbunden wird. Von Holger Hackendahl 

Zuletzt gab es in der Wisent-Herde, die durch die Blauzungenkrankheit vor zehn Jahren arg zusammengeschrumpft war, einige Wechsel. Drei Jungtiere verließen den Wildpark, zwei Wildrinder kamen zur Auffrischung des Genpols neu hinzu.

„Unsere zwei Neuankömmlinge aus dem Nationalpark Bayrischer Wald, die jeweils eineinhalb Jahre alten Abia und Abnette, die im Oktober zu uns kamen, haben sich bestens eingelebt“, sagt Wildpark-Biologin Dr. Marion Ebel. „Sie wurden von den anderen Wisenten gut angenommen.“ Dafür verließen die drei in der Alten Fasanerie geborenen jungen Wisente Fatu (kam am 9. Februar ins Artenschutzzentrum Freudingen), Fachim (zog am 30. September in den Wildpark Saarbrücken) und Fairytail (wurde im November in den Wildpark Gersfeld gebracht) die Klein-Auheimer Herde.

„Nun freuen wir uns, dass das Wisent-Gehege vergrößert wird“, so Ebel, „das bisheriges Gehege war zu eng, der Boden ist ziemlich ausgelaugt und so können sich dort auch Parasiten vermehren.“ Bald könne man das alte Gehege absperren und dann die Möglichkeit, den Boden auch gegen die Magen-Darm-Würmer zu behandeln.

Die Einweihung des neuen Gehegeteils soll Ende März, Anfang April erfolgen, sagt Günter Hunold, technischer Leiter des Wildparks. 800 Meter Holz-Umrandung sowie zusätzlich ein Stromzaun müssen insgesamt gezogen werden. Außerdem mussten die Bäume im Gehege durch einen Lattenmantel „wisentfest“ gemacht werden, „sonst schälen die Wisente die Rinde und die Bäume sterben ab“, so Hunold.

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Die Besucher werden künftig auf einen neuen Weg gelenkt, der entlang der historischen Wildpark-Mauer führt. Der bisherige Weg wird durch die Zugangsschneise zwischen den Gehegen zur Sackgasse. Ziel sei es, dass das neue Gehege einen parkähnlichen Charakter bekomme und sich unter den Bäumen eine Grasvegetation bildet, erläutert Hunold. Im alten Wisent-Gehege sollen etliche Bäume gepflanzt werden.

Derzeit befinden sich vier braune Schwergewichte im Wisent-Gehege: Neben Abia und Abnette die 18 Jahre alte Kuh Falca sowie der 12-jährige Stier Eginwald, der 2008 aus dem Wisentgehege Warburg-Hardehausen nach Klein-Auheim kam.

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„Ich hoffe, dass es bei Falca nochmal mit Nachwuchs klappt, denn sie ist genetisch wertvoll“, sagt Dr. Ebel. „Sie ist eine sehr gute Kuh und war lange die Leitkuh“. Die Biologin ist gespannt, wann die Wisente zum ersten Mal den Zugang zum neuen Areal passieren werden.

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