Bruder von Scott und Ayla musste eingeschläfert werden

Wildpark-Team trauert um Polarwolf Khan

Sie waren die ersten Wölfe, die im Wildpark „Alte Fasanerie“ per Hand aufgezogen wurden: Ayla, Scott und Khan (hinten liegend). In der Silvesternacht musste Khan eingeschläfert werden, um ihn von seinem Leiden zu erlösen.
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Sie waren die ersten Wölfe, die im Wildpark „Alte Fasanerie“ per Hand aufgezogen wurden: Ayla, Scott und Khan (hinten liegend). In der Silvesternacht musste Khan eingeschläfert werden, um ihn von seinem Leiden zu erlösen.

Klein-Auheim - Trauer im Wildpark „Alte Fasanerie“. Wie erst gestern mitgeteilt wurde, musste in der Silvesternacht der Polarwolf Khan eingeschläfert werden. Er wurde von einem schweren Leiden erlöst. Von Dirk Iding

„Khan hatte schon seit längerem nicht mehr richtig gefressen und war am Schluss extrem abgemagert“, erklärte die Wildpark-Biologin und „Wolfsmutter“ Dr. Marion Ebel. „Unser Tierarzt hatte Khan bereits vor einiger Zeit untersucht, konnte dabei aber nichts Gravierendes feststellen.“ Inzwischen geht das Wildpark-Team aber von einer Tumorerkrankung aus, die schließlich zu einem Leber- und Nierenversagen geführt habe.

In der Silvesternacht sah man daher keine andere Wahl mehr, als Khan einzuschläfern, um ihm weitere Qualen zu ersparen. Die Nacht über blieb der tote Wolf im Gehege, damit seine Geschwister Ayla und Scott von ihm Abschied nehmen konnten. „Diese Zeit haben wir Ayla und Scott gegeben, denn auch für sie bedeutet der Tod ihres Bruders einen großen Einschnitt“, weiß Dr. Ebel. Innerhalb des Rudels sei Khan immer derjenige gewesen, der um Ausgleich bemüht gewesen sei. Als „Omega-Wolf“ habe er dafür oftmals die Aggressionen der anderen Wölfe auf sich gezogen. „Khan war ein toller Kerl, der seinen Geschwistern sicherlich fehlt. Das merkt man Ayla und Scott auch an“, meint Ebel.

Hat eine besonders innige Beziehung zu ihren Polarwölfen: Wildpark-Biologin Dr. Marion Ebel trauert um Khan.

Die Wildpark-Biologin hat ein besonders enges Verhältnis zu „ihren“ Polarwölfen. Sie hatte im Jahr 2004 Ayla, Scott und Khan über viele Wochen per Hand aufgezogen, lebte mit ihnen in einem zur Wolfshöhle umfunktionierten Bauwagen und war sprichwörtlich rund um die Uhr für die jungen Welpen da. Es war das erste Mal, dass im Klein-Auheimer Wildpark Wolfswelpen per Hand aufgezogen wurden. Schnell wurden die jungen Polarwölfe damals zu den neuen Stars in der „Alten Fasanerie“. Der enge, vertrauensvolle Kontakt zwischen Dr. Ebel und ihren Polarwölfen wird besonders sichtbar bei den regelmäßig stattfindenden Wolfsheulnächten, die zu einem großen Publikumsmagneten im Klein-Auheimer Wildpark wurden und bei denen sich die Besucher nicht nur am schaurig-schönen Geheul der Wölfe erfreuen, sondern von Dr. Ebel auch viel über das Verhalten dieser sozialen Tiere erfahren können.

Impfung von jungen Wölfen in der Alten Fasanerie in Hanau

Impfung von jungen Wölfen in der Alten Fasanerie in Hanau

„Beim Wolfsheulen war Khan mein großer Tenor“, erzählt die Wildpark-Biologin. Der Rüde war meist der erste der drei Polarwölfe, der ins von Dr. Ebel intonierte Geheul mit einstimmte. „Da wird er schon fehlen“, meint die „Wolfsmutter“. Für Samstag, 16. Januar, ab 19 Uhr ist im Klein-Auheimer Wildpark wieder eine große Wolfsheulnacht geplant. Es wird die erste ohne Khan sein.

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